Älteste Stadt Deutschlands seit 1986 UNESCO-Welterbestätte
„Herzlich Willkommen in Trier“ – die älteste Stadt Deutschlands ist seit 1986 UNESCO-Weltkulturerbe - und die Römer sind immer noch da in dieser einst größten römischen Siedlung nördlich der Alpen. Der Empfang ist großartig: Beim Durchqueren der Porta Nigra, dem „schwarzen Tor“, jenem kolossalen und besterhaltenen Stadttor der Antike, warten über 2020 Jahre Geschichte mit imposanten Bauwerken und noch mehr spannende Geschichten auf den Besucher. Zum UNESCO-Weltkulturerbe in Trier gehören die Porta Nigra, die Konstantinbasilika, das Amphitheater, die Kaiserthermen, die Barbarathermen, die Römerbrücke, der Dom, die Igeler Säule und zum nicht-römischen Teil die Liebfrauenkirche.
Die „Porta Nigra“ ist ein glanzvolles Tor aus der Zeit, als
Trier vor 1800 Jahren die größte Stadt nördlich der Alpen
und Hauptstadt der römischen Provinz Belgica war.
Heute gilt sie als Wahrzeichen von Trier. © TIT/Rudek
Der Petrisberg erlaubt einen wunderschönen Panoramablick auf
die älteste Stadt Deutschlands. © TIT/Rudek
Hier befand sich einst die größte römische Siedlung nördlich der Alpen, „Augusta Treverorum“, gegründet schon im Jahre 16 vor Chr. durch Kaiser Augustus wurde sie zur Hauptstadt des römischen Westreiches– ein zweites Rom, nämlich „Roma Secunda“. Und wo die Römer lebten, da gab es auch Wein, denn sie konnten ohne ihren Wein nicht leben, und brachten natürlich auch die Kunst des Weinanbaus mit, sodass bis heute der Wein an der Mosel durch die Jahrhunderte hinweg Gaumenfreuden besonderer Art erlaubt, spricht man doch hier von einer der größten deutschen Weinbaugemeinden.
Doch plötzlich lässt eine Inschrift am Roten Haus auf dem Hauptmarkt aufmerken: „Vor Rom stand Trier eintausend und dreihundert Jahre“, ist dort zu lesen. Eine mittelalterliche Legende? Doch sie hat einen historischen Hintergrund. Im Trierer Tal gab es tatsächlich schon im 3. Jahrhundert v. Chr. Siedlungen, denn hier war ein Stammesheiligtum der keltischen Treverer bekannt. Es war diese wundervolle Landschaft, die zum Leben einlud, denn die Römer sagten: „Ubi bene – ibi patria“, zu Deutsch: Wo es einem gut geht, da ist das Vaterland“. Dass sie es ernst meinten, beweist die Geschichte, beweisen die Bauwerke aus ihrer Zeit, beweisen die fünf Jahrhunderte n. Chr., die sie hier blieben und mit ihren Sitten, Rechtsnormen und ihrer Wirtschaft, kurz mit römischer Kultur bis heute Stadt und Umland prägten wie kaum eine andere Stadt in Deutschland.

Im Herzen der Stadt präsentieren die Häuser aus unterschiedlichen
Epochen ein Bilderbuch der Architekturgeschichte, Spuren der Romanik,
Gotik, Renaissance und Barock sind zum Greifen nahe auf diesem
ältesten Marktplatz Deutschlands. © TIT/Rudek
Und darum sind die Trierer sehr stolz auf ihre Stadt, dass sie sie als „erste Weltstadt Deutschlands“ hervorheben, was für die Zeit des „römischen Trier“ sicherlich stimmt. So sind die meisten prachtvollen Baudenkmäler und Kunstschätze heute Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. Aber auch andere Epochen mit ihren Bauwerken haben gut erhaltene und sichtbare Spuren hinterlassen: Romanik, Gotik, Renaissance und Barock. Hier wandelt der Besucher auf den Spuren durch viele Jahrhunderte bis ins heutige Trier mit seinem überschäumenden Charme.
Die Benediktinerabtei mit dem einzigen Apostelgrab nördlich
der Alpen, dem des hl. Matthias, ist ein beliebter Wallfahrtsort.
© TIT/Rudek
Sie ist eine lebhafte Stadt voller alter und neuer Schönheiten, mit der ältesten Bischofskirche nördlich der Alpen – dem Trierer Dom St. Peter, eine Stadt der bedeutendsten christlichen Reliquie, dem Heiligen Rock Christi, eine Stadt mit der ältesten Brücke in Deutschland, der Römerbrücke, dem ältesten Weinkeller und dem ältesten Marktkreuz in Deutschland (auf dem Hauptmarkt), der ältesten urkundlich erwähnten Apotheke Deutschlands, der Löwenapotheke, der ältesten rheingotischen Kirche in Deutschland – der Liebfrauenkirche, dem einzigen Apostelgrab nördlich der Alpen – in der Benediktinerabtei St. Matthias, einem beliebten Wallfahrtsort.
Im Simeonstift atmet der älteste doppelgeschossige Kreuzgang
klösterliche Ruhe. © TIT/Rudek
Friedliche Ruhe weht durch den ältesten, doppelgeschossigen romanische Kreuzgang Deutschlands im Simeonstift. Die Stadt hat noch mehr zu bieten, denn neugierig machen auch eine weltberühmte mittelalterliche Handschrift, der Egbert Codex (UNESCO-Weltdokumentenerbe), eine der wenigen erhaltenen Gutenberg-Bibeln und das erste postmoderne Gebäude – die Arkade an der Palastaula. Trier ist tatsächlich eine Stadt der Superlative!
Das Neumagener Weinschiff war ursprünglich Teil eines
römischen Grabmales aus dem 3. Jh. n. Chr. – ein erstes
steinernes Zeugnis des Weinanbaus im Moselland. © TIT/Rudek
Die Römer lassen immer wieder grüßen, so am 9. September 1993, als nahe der Römerbrücke eine Tiefgarage gebaut werden sollte. Die Erde wurde ausgeschachtet, da kam eine aus der römischen Zeit stammende Besonderheit wieder ans Tageslicht: Ein Schatz mit 2 558 Goldmünzen, der heute auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wird. Oder das berühmte Neumagener Weinschiff, ursprünglich Teil eines steinernen Grabmals aus dem 3. Jh. n. Chr., auf dem man Ruderer beim Transport von Weinfässern sieht. Findige Schreiner bauten dieses Schiff nach, mit dem man jetzt auf der Mosel schippern kann – ganz wie einst die Römer. So wird die Römerzeit hier immer wieder aufs Neue lebendig, wie auch im Rheinischen Landesmuseum Trier, wo der Alltag der Römer in vielen Facetten dargestellt wird; nicht unerwähnt bleiben darf zum Beispiel die größte römische Mosaiksammlung nördlich der Alpen. Und wer weiß, was noch alles gefunden wird? Archäologen und Historiker sind da ziemlich optimistisch.
Grund dafür ist das Wissen um die gigantische Baufreude der Römer, wie schon die Porta Nigra beweist, jenes kolossale Schwarze Tor, das heute das Wahrzeichen der Stadt ist – ein Wehr- und Repräsentationsbau von 30 Metern Höhe und mit 144 Rundbogenfenstern in den oberen Geschossen, um nur einige Besonderheiten zu erwähnen: Die Porta zählt zu den am besten erhaltenen Stadttoren der antiken Welt.
Der Trierer Dom ist die älteste Bischofskirche nördlich der
Alpen. Von ungewöhnlicher Ausdruckskraft verschmelzen
hier in enger Nachbarschaft zueinander römische, salische,
romanische, gotische und barocke Elemente zu einem
Kirchenkomplex, wozu auch die Liebfrauenkirche gehört.
© TIT/Rudek
Diese Stadt an der Mosel war sogar von 293-392 eine der kaiserlichen Residenzen der Weströmischen Kaiser. Spuren sind fast überall zu finden, die Römer sind allgegenwärtig, so auch am heutigen Dom, der zu einem Teil noch aus römischem Mauerwerk besteht, Reste eines Vorgängerbaus, der in der Zeit Kaiser Konstantins I. im 4. Jahrhundert n. Chr. gebaut wurde. Es war jener Konstantin I., der Große (geb. um 280 - 22. Mai 337), jener Flavius Valerius Constantinus, der sich vom Heer in Gallien und Britannien 306 zum Cäsar, später zum Augustus, ausrufen ließ. Trier war Konstantins erste Residenz. Unmittelbar nach der Erhebung zum Kaiser erhielt er hier in der Moselstadt seine Anerkennung als Augustus und heiratete wahrscheinlich auch hier Fausta, die Tochter des Kaisers Maximian. Trier war in der Spätantike neben Rom, Alexandria, Mailand und Nikomedia eine der wichtigsten Metropolen. Konstantin unterstrich den Residenzcharakter der Stadt mit einem großen Bauprogramm. Er selbst lebte mit seiner Familie zehn Regierungsjahre lang hauptsächlich in Trier. Sein letzter Besuch in der Moselstadt war im Jahr 328.
Diese Konstantin-Basilika (Palastaula) diente Kaiser Konstantin
dem Großen als Thronsaal, Gerichts- und Audienzhalle. Der
Repräsentationsbau ist der größte stützenlose Saal der Antike.
Heute ist sie eine evangelische Kirche. © TIT/Rudek
Um seine Kreuzesvision beim Kampf an der Milvischen Brücke in Rom („In diesem Zeichen wirst du siegen“) und später um seine Taufe auf dem Sterbebett ranken sich zahlreiche Legenden. Bis heute ist er bekannt durch sein 313 erlassenes Toleranzedikt von Mailand, in dem der christliche Glaube gleichberechtigt neben die alten Religionen gestellt wurde. 325 schlichtete er beim Konzil von Nizäa den Streit innerhalb der christlichen Lehre. Er förderte nicht nur in Trier den Kirchenbau, sondern auch in Rom den Bau der Lateranbasilika, die Kathedrale des Bistums in Rom, die Grabeskirche in Jerusalem und die Geburtskirche in Bethlehen. Auch bestimmte er den Sonntag zum gesetzlichen Feiertag. Während seiner Regierung entwickelte sich das Christentum zur Staatskirche, an deren Spitze der Kaiser die Vertretung Gottes auf Erden verkörperte.
Blick auf den Dom aus den Weinbergen. Aus den ersten Reben
der Antike entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das größte
zusammenhängende Rieslinganbaugebiet der Welt. © TIT/Rudek
Die spätere Geschichte sollte ergeben, dass dies ein lang anhaltender Streit wurde zwischen Kirche und Staat, zwischen dem Papst und dem Kaiser. Doch damals war diese „Welt noch in Ordnung“, zumal die Legende erzählt, dass seine Mutter Helena in Jerusalem das Kreuz Christi gefunden haben soll. So haben die Trierer damals schon große Geschichte miterlebt, die bis heute sichtbar ist in Rom, wo der Konstantinbogen vom Senat nach der Schlacht an der Milvischen Brücke im Jahre 312 zu Ehren des siegreichen Kaisers aus Trier errichtet wurde. Sein Name sollte mit der neuen Reichshauptstadt verbunden sein, aus Byzanz wurde Konstantinopel, wohin er dann den neuen Schwerpunkt des römischen Reiches verlegte.
Bleiben wir aber bei Trier und hier bei den Kirchen: Die römische Palastaula (Basilika) ist heute eine Evangelische Kirche und wurde zwischen 305 und 311 gebaut. Sie diente Kaiser Konstantin dem Großen als Thronsaal, Gerichts- und Audienzhalle. Der Repräsentationsbau ist der größte stützenlose Saal der Antike.
Die prachtvollen Kaiserthermen aus dem beginnenden 4. Jh. n. Chr.,
zählen zu den größten des römischen Reiches und luden zum
entspannenden römischen Wellness-Bad ein. © TIT/Rudek
Thermen waren für die Römer sehr wichtig. So gehören die Kaiserthermen aus dem 4. Jahrhundert in Trier zu den größten ihrer Art, ein wahrhaft prachtvoller Badepalast, wo man heute noch die aufragende Apsis des Caldariums (Warmbadesaal), die weiteren Badesäle und die unterirdischen Bedienungssysteme besichtigen kann. Aus dem 2. Jahrhundert stammt die Barbaratherme, von der nur noch die Grundmauern und die Kellerräume zu sehen sind.
Was wären die Römer ohne ihr Amphitheater, das um
200 n. Chr. nur wenig außerhalb des Stadtkerns erbaut wurde.
Bis zum 4. Jahrhundert fanden hier blutige Gladiatorenkämpfe
statt. Dieses Amphitheater zählt zu den zehntgrößten seiner Art.
© TIT/Jacobs
Die Römerbrücke stammt aus dem 2. Jahrhundert, fünf der ehemals sieben Pfeiler aus der römischen Zeit sind heute noch sichtbar. Sie ist eine wichtige Verbindungsstrecke zu den westlichen Stadtteilen und führt auch weiter nach Trier-Igel, bekannt durch die Igeler Säule, ein Grabmonument einer Tuchhändlerfamilie um 250 n. Chr. Mit ihrer Höhe von 23 Metern ist sie das größte römische Pfeilergrab.
Diese Römerbrücke stammt aus dem 2. Jh. n. Chr. und ist
heute noch eine wichtige Verkehrsader nach Westen.
© TIT/Rudek
Zum Weltkulturerbe in Trier, dem einzigen nicht-römischen Bau, zählt auch die Liebfrauenkirche, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde: Sie ist die älteste reingotische Kirche auf deutschem Boden.
Die Igeler Säule liegt außerhalb des Stadtzentrums und ist ein
gut erhaltenes Grabmonument einer Tuchhändlerfamilie um
250 n. Chr., die älteste Säule dieser Art nördlich der Alpen.
© TIT/Jacobs
Über die folgenden Jahrhunderte erlebte auch Trier die große Geschichte, die Zeit der Völkerwanderung, den Einfall der Vandalen, Alanen und Sueben in Gallien, dann wurde die Stadt wiederholt von den Hunnen und den Franken erobert, bis sie dann um 475 endgültig fränkisch wurde. Die großen Ereignisse und Machtkämpfe überrollten die Stadt, die mit ihrem Reichtum und der reizvollen Umwelt, den Bergen und Wäldern von Hunsrück und Eifel und den Weinterrassen der Flusstäler von Mosel, Saar, Ruwer und Sauer immer wieder Begehrlichkeiten weckte und sich unter Eroberungen ducken musste.
Im Mittelalter gewannen die Erzbischöfe die uneingeschränkte weltliche Macht. Die zweite Blütezeit Triers brach mit der Ära der Kurfürsten an, bis die Franzosen kamen und Trier 20 Jahre zu Frankreich gehörte.
Danach wurde Trier von Berlin aus regiert bis 1918 die preußischen Truppen abzogen. Der Erste Weltkrieg war vorbei, der Zweite näherte sich finster am Horizont, der Frontverlauf war nahe. Nach dem Krieg, beim Wiederaufbau, wurde 1969 an der Porta Nigra eine Römerstraße freigelegt. Es ging aufwärts, das 2000-Jahr-Jubiläum feierte Trier vom 24. bis 27. Mai 1984, bis dann zwei Jahre später die Auszeichnung zum UNESCO-Weltkulturerbe die Bevölkerung mit Stolz und wachsendem Selbstbewusstsein erfüllte.
Die Liebfrauenkirche aus dem 13. Jahrhundert die älteste
reingotische Kirche auf deutschem Boden. © TIT/Rudek
Die Trierer Geschichte ist allgegenwärtig, so auch im Kurfürstlichen Palais, eine Zeitreise in ein anderes Jahrhundert. Vom hoch gelegenen Aussichtspunkt Petrisberg liegt die Stadt den Besuchern in ihrer ganzen Pracht zu Füßen und lockt sie zu den zahlreichen Veranstaltungen in allen Jahreszeiten – eine charmante, temperamentvolle und spannende Stadt, die ihren Gästen mit Erfolg zuruft: „Willkommen in Trier!“
Die verschiedensten Zeitepochen in ihrer glanzvollen Schönheit:
Der Blick vom Palastgarten aus auf die üppige Rokoko-Fassade
des Kurfürstlichen Palais und im Hintergrund der schlichte
Ziegelsteinbau der Konstantin-Basilika. © TIT/Rudek
Information und Beratung:
Tourist-Information Trier Stadt und Land e.V.
Tel.: 0651-97808-0; e-mail: info@tit.de
Zum Thema UNESCO: Herr Björn Rudek (rudek@tit.de)
www.trier.de
www.trier.de/tourismus
www.trier.de/english; www.trier.de/francais; www.trier.de/nederlands; www.trier.de/italiano
www.unesco-welterbe.de
www.unesco.org
www.deutschland-tourismus.de
Anzeige
Beitragsdatum: 24. Oktober 2008
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