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Kunstauktion - Puschkins Ritter

Puschkins Ritter von der tragischen Gestalt

Fulminanter Start in die zweite Auktionswoche mit Silber-Lichtblicken im Wiener Dorotheum

Von Mag. Doris Krumpl (Dorotheum Wien) und Dorothea F. Voigtländer

Das Wiener Dorotheum, 1707 in Wien gegründet, ist mit seinen außergewöhnlichen Auktionen und seinen außergewöhnlichen Antiquitäten immer wieder für eine Überraschung gut. Da gab es einen in sich gekehrten Ritter mit verschränkten Armen. Sein Fuß ruht auf einem Pferdetotenkopf. Dieses Detail einer monumentalen Prunkschale, russisch Ladija, ziert den Katalogtitel des Silber-Kataloges des Wiener Dorotheum vom 26. Mai 2008.

Pawel Owtschinnikow

Die Schale aus Silber und Kristallglas, um 1917 vom bekannten kaiserlichen Hoflieferanten Pawel Owtschinnikow gefertigt, war auch das Toplos des Abends. Mit sensationellen 248.800 Euro erreichte das Kunstwerk einen Preis weit über den Erwartungen. Die zweite Figur am vorderen Ende der Prunkschale stellt den Weissager des Ritters Oleg dar, die ganze Geschichte basiert auf einem Gedicht von Russlands Paradedichter Alexander Puschkin. Der Weissager sagt dem Ritter die Zukunft voraus, nämlich dass er durch sein Lieblingspferd sterben werde, aus dessen Schädel eine Giftschlange krieche und ihn beiße. Das begehrte Objekt ist mit Hoflieferantenzeichen, einer Widmung und der Moskauer Kokoschnik-Kopf-Punze 1908 - 1917 versehen (Kat. Nr. 338).

Ein zehnminütiges Bietgefecht zwischen einem Interessenten am Telefon und einer Dorotheum-Sensalin (eine Person, die im Auftrag einer anonymen Person steigert), ging einem weiteren hervorragenden Preis voraus: Einem anonymen Bieter wurde ein Silber vergoldeter Siebenbürger Brustschmuck mit 11,5 Zentimeter Durchmesser für 67.400 Euro zugeschlagen.

Siebenbuerger-Brustschmuck

Das mit Türkisen, Perlen und verschiedenen Glas- und Imitationssteinen sowie dem Meisterzeichen SS versehene Schmuckstück aus Ungarn/Siebenbürgen, heute rumänisches Staatsgebiet, ist im Gegensatz zum bekannten Siebenbürger Schmuck der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts früher gefertigt, nämlich bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Schätzwert für das attraktive Schmuckstück belief sich auf 2.000 bis 3.000 Euro (Kat. Nr. 1).
Russische Objekte sowie russische Käufer dominierten streckenweise die traditionell starke Silber-Auktion des Dorotheum: Ein Paar Girandolen, St. Petersburg, 1839, Silber vergoldet, wurden etwa für 36.900 Euro versteigert (Kat. Nr. 157), eine fünfteilige St. Petersburger Tee- und Kaffeegarnitur der Hoflieferanten Nikols und Plinke, 1866, erreichte 32.000 Euro (Kat. Nr. 168).
Und: Auf die nächste Auktion darf man schon gespannt sein. In Deutschland gibt es in Düsseldorf und in München, in Italien in Mailand Dependancen des Haupthauses Wien, das in Österreich auch noch in Graz vertreten ist. Rat und Informationen eigener Kunstwerke können auch dort erfragt werden.

Kontakte erteilt Dorits Krumpl in Wien.
Mag. Doris Krumpl, Tel. + 43 1/515 60-406

doris.krumpl@dorotheum.at

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