Wie man von den Erfolgstrategien des Internet-Giganten profitiert
Bücher - Buchtipps
Von Dorothea F. Voigtländer

„Der Nutzer steht an erster Stelle, und alles Weitere ergibt sich von selbst“, so wird die Google - Devise von Jeff Jarvis in seinem aktuellen Buch „Was würde Google tun?“ zitiert, und dabei spricht er von dem „am schnellsten wachsenden Unternehmen der Weltgeschichte“. Damit zitiert er die London Times. Der Autor Jeff Jarvis, Mitbegründer des Magazins „Entertainment Weekly“, Jahrgang 1954, Professor für interaktiven Journalismus an der City University in New York, hat sich ganz dem Thema Google und dem kometenhaften Aufstieg und dem ebenfalls andauernden Erfolg von Google in seinem Buch gewidmet.
Und das erstaunlich verständlich für jedermann, für jede Frau, denn seiner Meinung nach weist uns das Internet zahlreiche neue Wege zu Menschen, Informationen und Funktionsweisen, „und wir brauchen Hilfe, all das zu verarbeiten“. Diese Hilfe gibt er mit vielen Gedankengängen in seinem Buch, denn mit diesem neuen Medium Internet hat sich die Gesellschaft weltweit verändert, kommen Informationen blitzschnell „unter die Menschen“, entsteht eine Google - Wirtschaft mit einer neuen Geschäftsrealität, von der man vor zehn Jahren kaum geträumt hätte. An seiner klaren Sprache und der logischen Aufbauweise erkennt man den Journalisten, so, wie er sein sollte, den Professor, der Journalismus lehrt.
Jarvis hat seinem Buch den Untertitel gegeben: „Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert“. Und genau das ist wichtig für die internationalen Wirtschaftsbeziehungen, die internationale Informationspolitik, was wiederum damit zu tun hat, dass Google eine Erfolgnummer ist. Auch das erklärt der Autor mit der Erklärung neuer Strukturen, die sich aus der Arbeit mit Google ergeben, mit der neuen Öffentlichkeit, die mit Google erreicht wird.
Das Ziel von Google ist, die auf der Welt existierenden Informationen zu organisieren und allgemein den Nutzern weltweit zugänglich zu machen, Und genau hier liegt auch die Erklärung des Wortes „Google“, den „Googol“ ist der mathematische Fachbegriff für eine 1 gefolgt von 100 Nullen. Milton Sirotta, ein Neffe des amerikanischen Mathematikers Edward Kasner hat diesen Begriff erfunden. Somit ist Google ein Begriff dafür, wie gewaltige Mengen an Informationen organisiert werden können, um im Web verfügbar zu sein. „World Wide Web“ und der Begriff Log, wie bei Logbuch, das ergibt eine Wortkreuzung für Blog, ein Begriff, den sich Blogger ebenfalls weltweit zu Eigen gemacht haben mit ihren Beiträgen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen bis hin zu Internetforen und immer mehr Internet-Zeitungen.
Im medialen Zeitalter, so Jarvis, denken wir wie Google mit neuen, originellen Unternehmensprinzipien, die in seinem Buch aufgezeigt werden, wieder gut verständlich und angenehm geordnet. Google hat genau verstanden, dass im heutigen Medienzeitalter, in dem vor allem die Konsumenten eine immer größere Rolle spielen mit immer neuen Zugängen zu Informationen und dank vielfältiger Möglichkeiten zur Vernetzung und zum Austausch von Informationen und Neuigkeiten, eine wachsende Macht zu erlangen.
Jarvis schreibt: „Während die meisten Unternehmen noch an ausgeklügelten Marketingstrategien feilen, lässt Google seine Kunden einfach am Unternehmen teilhaben, macht sich deren Wissen und Intelligenz zunutze, reagiert auf deren Kritik und stellt sich seinen Kunden als Plattform zur Verfügung“. Und: „Google hat verstanden, das das Wichtigste im Internetzeitalter ist, präsent zu sein, genutzt zu werden, verlinkt zu sein“. Jeff Jarvis geht es in seinem Buch nicht um eine Werbebroschüre für dieses wie oben schon zitierte Times-Zitat „das am schnellsten wachsende Unternehmen der Weltgeschichte“. Ihm geht es darum, dem Leser klar zu machen, welche Macht er im Umgang mit Google gewinnen kann, und wie wir sie nutzen können, was wir als Kunden erwarten dürfen und wie wir reagieren können, auch wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden.
Dieses Buch ist gleichzeitig ein handfester Wirtschaftsratgeber mit konkreten Beispielen, die jeder in seiner Branche oder Firma umsetzen kann.
Darum nimmt es nicht Wunder, dass Jeff Jarvis auch den sehr erfolgreichen Medien-Blog „Buzzmaschine.com“ betreibt und auf dem World Economic Forum Davos 2008 zu einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Medienwelt gewählt wurde.
Sein Buch „Was würde Google tun“ – Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert“ ist eine echte Bereicherung für die ständig wachsende Zahl der Internet-Benutzer, für die internationale Wirtschaftswelt, für Journalisten weltweit, weil es klar und verständlich geschrieben ist und neue Wege aufzeigt, die für den einen oder anderen wichtig sein können.
Jeff Jarvis: Was würde Google tun?
Wie man von den Erfolgstrategien des Internet-Giganten profitiert
416 Seiten; € 19,95 (D)
Heyne, ISBN 978-3-453-15537-4
www.heyne.de



OPT-Visua.jpg)