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Zeit der Weinfeste in Deutschland

Deutsche Winzer sind äußerst produktiv

Weinfeste werden überall da gefeiert, wo Wein angebaut wird. Meist finden sie in der Zeit des Übergangs zum Herbst statt. Dass die Feste in der Regel unmittelbar im Zusammenhang mit der Weinlese und der Weinproduktion stehen, zeigen andere Benennungen des wie Weinlesefest oder Kelterfest.

Weinfest in Radebeul - Foto - André Wirsig/Amt für Kultur und Tourismus RadebeulDas Prädikat, alljährlich das größte Weinfest der Welt zu veranstalten, nimmt das rund 20.000 Einwohner zählende und etwa 30 Kilometer östlich von Kaiserslautern an der Deutschen Weinstraße gelegene Städtchen Bad Dürkheim für sich in Anspruch. Merkwürdiger Weise heißt das Weinfest „Wurstmarkt“, was geschichtliche Gründe hat. So können die Besucher dort nicht nur Wein verkosten, auch allerlei andere Pfälzer Spezialitäten werden rund um die „Schubkärchel“, wie dort die Weinlauben genannt werden, angeboten. Abgerundet wird das Fest von Fahrgeschäften, Süßwarenbuden und natürlich einer Unmenge Wurstbratereien.

Weinkönigin – Wahl und Bestimmung

Die Wahl einer Weinkönigin ist unabhängig von den Weinfesten. Weinköniginnen sind die Repräsentantinnen der jeweiligen Weinregion. Entscheidend für die Wahl sind Weinwissen, Erscheinungsbild und Auftreten. So muss sich beispielsweise, wer badische Weinkönigin werden will, vor 200 geladenen Gästen mit Fachfragen löchern lassen.

In Deutschland gab es erstmals im Jahr 1931 eine Weinkönigin: Ruth Bachroth aus Pirmasens. Sie wurde dazu bestimmt, weil ein pfälzischer Verleger namens Daniel Meininger damit Öffentlichkeitsarbeit für pfälzischen Wein machen wollte. Erst die zweite Weinkönigin, Cilly Seitz, trat aufgrund einer Wahl ihr Amt an. Nach dreizehn Jahren nationalsozialistisch geprägter Regentschaften wurde im Jahr 1949 Elisabeth Kuhn aus Diedesfeld/Neustadt an der Weinstraße zur Pfälzischen und zur Deutschen Weinkönigin gleichzeitig bestimmt. Die aktuelle deutsche Weinkönigin, die gelernte Winzerin Marlies Dumbsky, ist die Sechzigste und stammt aus dem Weinbaugebiet Franken. Am 9. Oktober 2009 soll deren Nachfolgerin gewählt werden.

Deutscher Wein ist Qualität

In Deutschland gibt es rund 80.000 Winzer, die in den 13 deutschen Weinbaugebieten auf insgesamt etwa 100.000 Hektar Anbaufläche im Schnitt jährlich neun Millionen Hektoliter Wein produzieren, pro Hektar demnach 90 Hektoliter. Damit sind die deutschen Winzer sehr produktiv. Frankreich als eines der größten Weinerzeuger-Länder der Welt mit insgesamt 62 Millionen Hektolitern kommt lediglich auf 68 Hektoliter je Hektar. Dabei ist es erstaunlich, dass in Deutschland überhaupt qualitativ guter Wein angebaut und produziert werden kann. Möglich machen das die vielen Steilhanglagen in klimatisch günstigen Regionen und an geschützten Stellen in der Nähe von Flüssen.

Den Weinanbau an Rhein und Mosel machten im Zuge der gallischen Kriege Julius Caesar und seine Truppen bekannt. Im dritten Jahrhundert schließlich gestattete der römische Kaiser Probus per Edikt allen Galliern – damit meinte er alle Bewohner nördlich der Alpen – Weinreben zu ziehen und Wein zu produzieren.

 

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