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Pflanzenschutzmittel in Birnen aus der Türkei

Importverbot wegen wiederholter Kontamination gefordert

In Baden-Württemberg hat die Lebensmittelüberwachung aus der Türkei stammende Birnen entdeckt, die mit Amitraz „in gefährlichen Konzentrationen“ kontaminiert sind. Dabei handelt es sich um ein Insektizid, das in Deutschland seit längerem, EU-weit seit Anfang 2008 verboten ist. Die Behörde hatte jetzt Birnen aus unterschiedlichen Ländern untersucht. Dabei lagen alle acht Proben aus der Türkei weit über dem zulässigen Grenzwert von 0,01 Milligramm je Kilogramm. Der gemessene Maximalwert von 15,7 Milligramm je Kilogramm ist ein einsamer Rekord. Die übrigen Birnen wurden umgehend vom Markt genommen und vernichtet. Die Behörden wollen die entsprechenden Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.

Foto: Klaus W. Schmidt

„Angesichts der Befunde muss derzeit vor dem Verzehr von Birnen mit Herkunft Türkei gewarnt werden“, sagte Baden-Württembergs Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk. Aus dem Verbraucherministerium in Baden-Württemberg war zu erfahren, die Dosis des Pflanzenschutzmittels sei in einem Maße überschritten worden, „dass zumindest bei Kleinkindern eine mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung bei hohem Konsum nicht mehr ausgeschlossen werden kann“. Die Symptome können sich in zu niedriger Pulsfrequenz, Blutdruckabfall, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Schläfrigkeit, Sprachstörungen bis hin zur Desorientiertheit zeigen.

Alle Jahre wieder

Es ist nicht das erste Mal, dass Birnen aus der Türkei grenzwertüberschreitende Rückstände von Amitraz enthalten. Bereits im vergangenen Oktober hatte Hauk darauf hingewiesen, dass das Pflanzenschutzmittel in türkischen Birnen gefunden worden war und daher ein Importverbot für die Früchte gefordert. Die Befunde aus dem vergangenen Jahr waren auch der Grund, warum jetzt gezielt Birnen auf den Wirkstoff Amitraz hin untersucht wurden. Die Proben aus anderen Importländern blieben ohne Beanstandung.

Amitraz ist ein Wirkstoff, der nicht nur in Pflanzenschutzmitteln zu finden ist, sondern in der Tiermedizin gegen Zecken, Milben oder Läuse eingesetzt wird. Derzeit ist der Wirkstoff in Deutschland nur noch zur Bekämpfung von Ektoparasiten bei erwachsenen Hunden zugelassen.

 

 

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