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Mythos Bergkristall – Dem Diamanten der Antike werden seit jeher magische Kräfte zugeschrieben

Edle Schmuckstücke aus diesem „Feuer sprühenden“  geheimnisvollen „Diamant“
Schmuckstücke aus Bergkristall sind auch Weihnachtsgeschenke ganz origineller Art


Bergkristall
Was kann schmückender sein als dieser lichtsprühende Stein,
der einem Frauenantlitz etwas Strahlendes verleiht!
Foto Copyright Heidi Wittwer/panthermedia.net 


Wer jetzt noch nicht weiß, was er als Weihnachtsgeschenk aussuchen soll, der ist mit aus Bergkristall verarbeiteten Schmuckstücken sehr gut beraten. Doch nicht nur Schmuckstücke glitzern mit sprühendem Licht, denn schon in der Antike war Bergkristall das ideale Material für Steinschnitt und Steingravur, das richtige Material für edle Prunkgefäße, Schalen, Kannen und Vasen mit viel Ornament- und Figurenschmuck.

Die Griechen nannten dieses edle Gestein „krystallos“, was so viel bedeutet wie „Ewiggefrorenes“. In Japan werden sie vorwiegend zu kultischen und mythischen Zwecken verwendet, doch heute weiß man auch, dass Bergkristall für Licht weit durchlässig ist und damit in der Optik Verwendung findet als Linsen und Prismen.


Mit viel Ausdauer und Liebe wurde und wird  Bergkristall aus der Tiefe der Erde abgebaut. Stefan Meier steigt aus einer Druse.
Foto Copyright Stefan Meier


Im Fichtelgebirgsmuseum ist dem „Mythos Bergkristall – der facettenreiche Stein der Weisen“ zum 150. Todestag von Alexander von Humboldt eine ganz besondere Ausstellung gewidmet bis zum 11. April 2010. Als 22-Jähriger Bergassessor schildert eben jener Alexander von Humboldt 1792 die Abbaumöglichkeit am Bergkristallfundort „Strelaberg“ bei Marktredwitz. Wie die Museumsleiterin Dr. Sabine Zehentmeier erklärte, fand man nach Schriften der Chronisten Christoph Pachelbel und Johann Will schon im Jahre 1692 und 1716 dieses edle Gestein. „Zentnerweise Bergkristall“ fanden berufsmäßige Bergkristallsammler, die „Strehler“ im Fichtelgebirge.

Für die Menschen der Antike war der Bergkristall das „ewige Eis“ der Götter, sein Entstehen wurde stets mit dem Wirken überirdischer Mächte erklärt. Weil das Material überaus klar und durcheinend ist, wurde es für aufwendige Gefäße und Schmuck genutzt. Der römische Kaiser Nero soll am liebsten aus Bergkristall-Bechern getrunken haben. Im Mittelalter schmückten Bergkristalle weltliche und geistliche Machtsymbole und fanden Eingang in die Kunst- und Wunderkammern der europäischen Fürsten. „Die geheime Verwahrkammer“ der Kurfürsten  von Sachsen wie unter dem Kunstfreund August dem Starken, fanden viele Kleinodien aus Bergkristall ihren Weg in das „Grüne Gewölbe“ in Dresden.

Bergkristall China
Kein Wunder dass die Menschen in der Antike diesem lichtdurchfluteten Gestein mythische Kräfte zuschrieben.
Foto Copyright: Bergkristall, China, Jörg Wittig


Heute wie damals werden diesem „Diamanten der Antike“ magische Kräfte zugeschrieben: römische Soldaten benutzten ihn als Talisman gegen Feinde und noch 1750 wurde er in Apotheken als Heilstein verkauft, um diverse Krankheiten zu heilen.

Weltweit gibt es Fundorte für Bergkristall. Es gibt sie in allen Größen und von klar durchscheinend bis rosa und anthrazitfarben. Wie Dr. Sabine Zehentmeier erläuterte, sei das Fichtelgebirge noch immer reich an Bergkristallfundstätten, wozu es natürlich auch Bergwerke gebe. Wer erinnert sich nicht an die rührende Weihnachtsnovelle von Adalbert Stifter aus dem Jahre 1845 mit dem Titel „ Bergkristall“ ? Ein Film wurde ebenfalls nach dieser Erzählung über zwei verschollene Kinder im kalten Eis gedreht; Joseph Vilsmeier verfilmte diese Novelle 2004.

Rauchtopas
Bei diesem großen Fund kommt Freude auf, ein Rauchtopas, Fuchsbau, genannt.
Foto Copyright Stefan Meier


Das Fichtelgebirge in Wunsiedel zeigt in Kooperation mit der Bergakademie Freiberg bis zum 11. April 2010 über 100 seltene Fundstücke aus aller Welt und natürlich die schönsten Kristalle aus dem Fichtelgebirge.

Ansprechpartner: Dr. Sabine Zehentmeier oder Dr. Robert Grötschel
E-Mail:
zehentmeier@fichtelgebirgsmuseum.de;
groetschel@fichtelgebirgsmuseum.de

www.fichtelgebirgsmuseum.de
Sonderausstellung bis zum 11. April 2010

 

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