Ein Besuch bei Ludwig van Beethoven ist in Bonn ein absolutes Muss - Am 17. Dezember feiern Beethoven-Freunde den Geburtstag des großen Künstlers

Von Dorothea F. Voigtländer
Bonn ohne Beethoven, das geht nicht, und Beethoven ohne Bonn, das geht auch nicht. Da kommen die Touristen mit ihren Koffern vom Bahnhof in die Bonngasse 20, dort, wo das zweistöckige, bescheidene und schmale Geburtshaus Beethovens zu finden ist: Ludwig van Beethoven ist der erste Bonner, dem sie ihre Aufwartung machen. Das verrät eine Dame im Eingangsbereich, die dann die Koffer hinter dem Tresen versteckt. So kommen rund 100 000 Menschen aus aller Welt jedes Jahr in das Beethoven-Haus in Bonn, dorthin, wo der berühmte Komponist im Gartenflügel des Hauses am 17. Dezember 1770 zur Welt kam. Ein kleiner schlichter Raum für einen großen Künstler. Und dem wird auch die größte Beethoven-Sammlung weltweit in diesem Haus gerecht mit mehr als 1000 Originalhandschriften (Skizzenblätter und –Büchern, autographische Reinschriften von bedeutenden Werken, Briefe an und von Beethoven). Überall auch Porträts, wie auch das wohl bekannteste Gemälde von Joseph Karl Stieler aus dem Jahre 1820.
Was sich heute in einer anschaulichen und prachtvollen Sammlung bis hin zum letzten Flügel des Komponisten, ein Werk des berühmten Wiener Klavierbauers Conrad Graf, wie auch den Streichinstrumenten, die Beethoven 1880 von seinem Gönner Fürst Carl Lichnowsky geschenkt bekam, in diesem Museum zeigt, lässt die Zeiten von damals wieder wach werden. Über knarrende Dielenbretter wandert der Besucher von Vitrine bis hin zu Instrumenten, kann versuchen, die Schriften zu lesen, die Noten zu interpretieren, denn immerhin ist dieses Haus das einzige, das von den Wohnsitzen der Familie in Bonn erhalten geblieben ist und sich heute mit einem wunderschönen Kammermusiksaal präsentiert.
Denn eigentlich sollte dieses Haus Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen werden. Da schlug die Geburtsstunde des heutigen Kulturinstituts am 24. Februar 1889, als zwölf engagierte Bonner Bürger sich im Hause des Zeitungsverlegers Hermann Neusser zur Vereinsgründung „Beethoven-Haus“ trafen. Sie kauften und renovierten das Haus und eröffneten schon 1893 eine Gedenkstätte, der Beginn einer Erfolgsgeschichte bis heute. Das Haus, die Räumlichkeiten, das Hinterhaus mit dem gepflegten Garten und der Wasserpumpe atmen die Zeit des jungen Beethoven, dessen Großvater bereits als Hofkapellmeister im Dienste des Kölner Kurfürsten gestanden hatte. Der jüngste Sohn der Kaiserin Maria Theresia, Max Franz, war der Dienstherr des jungen Beethoven, und er erlaubte dem 12-Jährigen 1782 bereits als substituierender und zwei Jahre später als regulärer Organist, dann als Bratschist und Korrepetitor in der Hofkapelle tätig zu sein. Sehr lustig war die Kindheit des jungen Beethoven unter dem strengen Vaters nicht, vor allem, nach dem Tod seiner Mutter, als er für die ganze Familie sorgen musste. Das Beethovenhaus macht es möglich, den Künstler -auch für Kinder- mit der neuen Internet-Seite kennenzulernen: www.hallo-beethoven.de.
Die moderne Zeit von heute wird mit dem audiovisuellen Kunsterlebnis deutlich: „Das Digitale Beethoven-Haus“. Es ist kein Museum wie manches andere, es ist eine sehr lebensnahe Bekanntschaft mit einem Menschen und Künstler in allen Phasen seines Lebens und Schaffens und auch mit seinem Leid als „gehörloser Komponist“.

Das Beethoven-Haus ist nicht zu verfehlen. Es ist leicht zu finden vom Marktplatz aus in der Bonngasse.
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