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Kunstausstellung in der Galerie Teo Oltmanns

Kunstausstellung in der Galerie Teo Oltmanns:
Verschollene Generation – Expressiver Realismus/Gegenständlichkeit

Von Dorothea F. Voigtländer

Die „Verschollene Generation“ wird mit über vierzig Werken in der Galerie Oltmanns in Unkel-Scheuren wieder lebendig, eine ganze Künstlergeneration und deren Kunstwerke, von denen viele auch tatsächlich verschwunden und zerstört wurden – und das ganz bewusst, Kunst, die als „entartet“ galt in der Zeit des Nationalsozialismus. Der Galerist Teo Oltmanns hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen repräsentativen Querschnitt der noch vorhandenen Kunstwerke in seiner Galerie einem interessierten Publikum bei der Vernissage zu präsentieren, die Werke eine Künstlergeneration mit einer großen stilistischen Bandbreite und Vielfalt.

Wie Oltmanns erklärte, hat gerade diese Künstlergeneration viele Einschränkungen, Verbote und Verfolgung erlitten, viele Künstlerinnen und Künstler wurden sogar ermordet. Die künstlerische Freiheit wurde ihnen per Gesetz genommen, diese Künstler wurden beobachtet und beschattet, viele wanderten deshalb aus, wenn sie konnten, gingen in eine „innere Emigration“ oder malten heimlich unter Lebensgefahr.

So konnte es gelingen, dass trotzdem weiterhin Kunstwerke aus dieser Zeit existieren und erstaunlicherweise auch viele nach dem Krieg wieder auftauchten. Heute erleben diese Kunstwerke eine ungeahnte Neuentdeckung und Neubewertung. „die ganze Fülle dessen, was seit einigen Jahren wieder im Kunstgeschehen auftaucht, wird erst langsam deutlich“, so Oltmanns bei seiner Vernissage.

Und dennoch: Gerade diesen Künstlern blieb die Anerkennung ihrer Leistung zu ihrer Zeit verwehrt, vielen wurde es unmöglich gemacht, sich in ihrer künstlerischen Tätigkeit voll zu entfalten und sich weiter zu entwickeln. Darum blieben ihnen die Früchte ihrer Arbeit vorenthalten. Ein bitteres Schicksal. Doch gute Kunst hat sich immer wieder durchgesetzt, auch für diejenigen, die nicht mehr in den Genuss ihres Erfolges kamen. Vor etwa zwanzig Jahren begannen Kunsthistoriker, Galeristen und Sammler sich in immer größerer Zahl um diese Lücke in der Kunstgeschichte zu kümmern. So widerfährt einem Teil aus dieser Künstlergeneration doch noch eine Wiedergutmachung, posthum noch Anerkennung und Nachruhm.

Was war das, was zur Zeit des Nationalsozialismus als „entartete Kunst“ bezeichnet wurde? Es waren diejenigen Künstler, die in ihrer Kunstauffassung nicht mit der herrschenden Meinung der Parteiführung übereinstimmten, was immer das auch gewesen sein mag. Nordisch-germanisch musste die Kunst sein, so wie die Frauen blond, blaue Augen, und fruchtbar für „Hitlerkinder“ zu sein hatten. Die kranken Auffassungen über „Ariertum“, was das auch immer gewesen sein mag, machte die Runde, und nicht nur die Kunst musste darunter leiden. Zwar wurden manche Druckgrafiken von Dürer, Cranach und Grünewald mit ihrem expressionistischen Stil als richtig bewertet, dennoch setzte sich Adolf Hitler mit seinem abstrusen Kunstverstand durch. Es wurde eine „Reichskulturkammer der bildenden Künste“ gegründet. Künstler und Grafiker mussten sich um eine Mitgliedschaft bewerben, um überhaupt weiterarbeiten zu dürfen. Wer nicht für würdig befunden wurde, erhielt ein Berufsverbot, wie ein Original an den Künstler Otto Dünkelsbühler in der Ausstellung Oltmanns beweist. Er durfte nicht einmal mehr einen Pinsel zu Hand nehmen, weil er den „Anforderungen“ nicht entsprach. Dies war ein historisches Desaster.

Darum ist es kein Wunder, dass man heute von einer „verschollenen Generation“ spricht. Teo Oltmanns ist es zu verdanken, dass er mit dieser Ausstellung mit Werken von über 40 Künstlerinnen und Künstlern durch Zeigen und Verkauf ihrer Werke einen nachträglichen Beitrag leistet zur Anerkennung dieser Kunstwerke.

Den neuen Realismus gab man den Namen „Expressiv“, was soviel bedeutet wie „Ausdruck der Innenerfahrung. Das ist künstlerisches Schaffen aus dem inneren Erleben heraus. Impressionismus wird hier mit der Auflösung des Gegenstandes weiterentwickelt. Mit einer detailgetreuen Wiedergabe der Gegenstände geschieht das, was Heidegger als „die Verstellung des Seins durch das Seiende“ bezeichnet hatte. Wie Rainer Zimmermann in seinem Buch „Expressiver Realismus“, im Hirmer Verlag erschienen, schreibt, erweist sich die „malerische Auslöschung des Gegenstandes als darstellende Methode, um den Raum und das Erlebnis der Existenz zum eigentlichen Gegenstand“ zu machen.

Ein Rückblick in die Anfangszeit dieser Kunstrichtung bringt Erstaunliches zutage: Denn nach dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des Expressionismus setzte sich um 1925 in Deutschland eine Malerei durch, in der sich Erfahrungen der modernen Kunst mit einer neuen realistischen Weltsicht verbanden. „Neue Sachlichkeit“ und „Surrealismus“ blieben Randerscheinungen, doch der „Expressive Realismus“ entwickelte sich vielseitig und dauerhaft in dieser ersten, postmodernen Generation. Nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Strömung noch vorherrschend selbst während der Vorherrschaft der Gegenstandslosen Kunst.

Die Maler der den Expressionisten folgenden Generation wurden um 1900 geboren. Sie hatten das Leid und die Hölle des Ersten Weltkrieges zu durchleben und durchleiden. Nach diesem Krieg wurden sie sehr erfolgreich und wurden anerkannt, doch während des „Dritten Reiches“ ins Abseits gedrängt. Nach diesem zweiten großen Krieg im vergangenen Jahrhundert waren die inzwischen Fünfzigjährigen bald in den Schatten neuerer Strömungen und jüngerer Künstler wiederum an die Seite gedrückt, sodass sich nun die Wieder-Entdeckung der „verschollenen Generation“ und ihrer künstlerischen Leistung – der Malerei des Expressiven Realismus als eine großartige Wiederentdeckung erweist, eine Entdeckung, Aufmerksamkeit und Anerkennung, die diesen Künstlern zusteht.

Teo Oltmanns stellt diese Werke bis zum 31. Mai aus. Informationen zu diesen Künstlern und ihrer Werke sind im Internet unter www.oltmanns.de zu finden. Öffnungszeiten: Di - Sa. 15.00-18.30 Uhr nach Vereinbarung oder rund um die Uhr im Internet www.oltmanns.de und E-Mail: galerie@oltmanns.de in 53572 Unkel, Tel. 02224-78691.

 

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..interessanter Text. Ja, da kann ich Ihnen nur zustimmen, die Bilder haben sehr viel Stil.. LG der Ado

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