Hoch im Kurs sind gefragte Wertanlagen Alter Meister und Antiquitäten bei der jüngsten Auktion im Dorotheum - und auch die Preise waren wahrhaft „königlich“

Von Dorothea F. Voigtländer
Der Trend machte sich schon seit einigen Monaten bemerkbar: Die sogenannte „Aktie an der Wand“, Alte Meister als Wertanlage in einer Zeit der weltumspannenden Geldunsicherheit, das steht hoch im Kurs. Da ist auch so mancher Kunstfreund bereit, „königliche Preise“ zu bieten und auf den Auktionstisch zu legen. Grundlegendes Fazit ist im Haupthaus Dorotheum in Wien, in den deutschen Dependancen in Düsseldorf und München: Alte Meister und Antiquitäten sind ganz klar gefragte Wertanlagen.
Somit konnten sich die Initiatoren und Organisatoren des historischen Auktionshauses über die hervorragenden Ergebnisse und die überaus starke Nachfrage freuen, und ganz besonders darüber, dass diese jüngste Auktion von Gemälden Alter Meister am 13. Oktober 2010 im Wiener Dorotheum eine der besten Auktionen in der Geschichte des Hauses war. 329.300 Euro wurden für zwei neu entdeckte Szenen aus dem Leben von König David von Guercino bewilligt. Das aus einer Linzer Privatsammlung stammende Titellos der „Heiligen Familie“ von Denys Calvaert, der wegen seiner Farbigkeit und italienischen Malweise auch Fiammingo genannt wurde, reüssierte bei ausgezeichneten € 162.550, Kat. Nr. 363). Venusbilder lagen hoch im Kurs: Jenes von Carlo Maratti erreichte 283.300 Euro, jenes von Hans Rottenhammer 107.855 Euro (Kat. Nr. 375, 398). Die Gebote für den segnenden Christus mit Dornenkrone aus der Werkstatt Hans Memling kletterten von 13.000 Euro bis auf 85.700 Euro (Kat. Nr. 304). Giovanni Francesco Barbieri, Il Guercino (1591 - 1666), König David übergibt seinen Brief an Uriah, erzielter Preis € 329.300 (gemeinsam mit „David und Abigail")
Bei der Möbel- und Antiquitätenauktion am 13. Oktober 2010 wurden viele Objekte weit über ihren Schätzwerten angesteigert, allen voran ein fast mannshohes Paar siebenflammiger florentinischer Kandelaber, die 72 kg auf die Waage bringen. Ein chinesischer Käufer erstand die Werke für 73.500 Euro (Kat. Nr. 881). Es wurde bei vielen Angeboten recht spannend, so auch heiß umkämpft das seltene Paar früher Biedermeier-Konsolen, der Renaissance-Kabinettschrank und die beiden Kerzenhalter von Danhauser (€ 67.400, € 55.200, € 55.200, Kat. Nr. 739, 705, 741)
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