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Kommentar zum Frühling

Und das nennt sich dann Frühling!

tulpen-rosa

Welch hoffnungsvolles und herzerwärmendes Bild: Rosa blühen diese herrlichen Tulpen. Wer im Herbst keine Tulpenzwiebeln in den Boden gepflanzt hat, ziert sein Heim mit einen schönen Strauss Tulpen als Schnittblumen oder mit einem Blumentopf voll schöner Tulpen. Wenn dann die Temperaturen es versprechen, kann dieser Topf in den Garten gepflanzt werden. © IZB

Wir sind ja schon einiges gewohnt, doch dieser kalte und frühe Winter hat uns auch hier im Rheinland wirklich den Rest gegeben. Wenn man heute Alexander von Humboldt fragen würde, wäre das wirklich eine Chance. Denn er nannte das Gebiet südlich von Bonn, zwischen Drachenfels und der Stadt Linz am Rhein „Das rheinische Nizza“ und meinte die lauen Temperaturen. Auch für die Winterzeit.
Doch in diesem Jahr war davon nichts zu spüren – überall nicht. Und selbst wenn der Kalender den „Frühling“ nennt, so ist davon nichts zu merken. Erderwärmung ist hier gleich Null. Da haben die Frauen ihre Frühlingsgarderobe gesichtet, der Hausputz steht auf dem Plan, und dann klatscht frischer Schnee gegen die sauber geputzten Fenster. Schön blühende Krokusse in gelb und blau zierten vor wenigen Tagen, als wirklich einmal die Sonne die Landschaft und die Seelen geglückte, den Garten, und einen Tag später lagen die Blüten wie umgeschlagen am Boden und verwelkten. Wer schlau war, hat sie während der Nachtstunden mit Eimern zugedeckt, doch wer denkt denn schon an so etwas!

Bitte, lieber Frühling, komme, o bitte, liebe Sonne scheine und wärme, diese Wünsche werden immer lauter, dabei ist der März bald vorbei. Da sprach man einst von warmer Märzensonne. Jetzt narrt sie uns minutenweise. Die Redakteure von Funk und Fernsehen wirken schon richtig geknickt, wenn sie wieder einmal kalte Luftströmungen aus der Arktis ankündigen müssen und kalte Winde und Schnee und Graupelschauer!

Doch um ganz ehrlich zu sein: Liest man in alten Tagebüchern wie beispielsweise bei Lieselotte von der Pfalz, der Schwägerin des Sonnenkönigs Ludwig XIV., so gab es schon damals im 17. und im 18. Jahrhundert in allen Jahreszeiten entweder ewigen Regen oder überheiße Sommer mit langen Trockenperioden, sodass die Bevölkerung Hungersnöte litt. Wetterkapriolen gaben es leider schon immer. Doch wir wollen uns damit nicht abfinden. Dann stellen wir uns lieber farbige Blumen in die Wohnungen und holen uns so den Frühling ins Haus – als Schnittblumen oder in bunten Töpfen: Chacun à son goût!.

 

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