Die Risikobereitschaft ist größer geworden - muss das sein?
Ein Kommentar von Dorothea F. Voigtländer
Eigentlich soll es ja eine lustige und unterhaltsame Sendung sein, dieses „Wetten, dass…? und das hat bisher auch immer geklappt. Doch manchmal hatte man doch so ein merkwürdiges Gefühl, ob nicht bei der einen oder anderen Wette die Leisten zu hoch gesetzt waren. Dann ging es aber immer gut. Seit der Erstausstrahlung im Jahre 1981 war diese Sendung immer eine beliebte Abwechslung im Vergleich zu den inflationären ewigen Krimisendungen.
Unterhaltung wünscht sich der Zuschauer, Unterhaltung mit einem leisen Nervenkitzel, ob der eine oder andere genügend Puste hat, um 1000 Kerzen auszublasen oder in einer bestimmten Zeit von einer Stadtecke zur anderen zu gelangen. Das war harmlos aber amüsant.
Doch von harmlos war in der jüngsten Sendung nichts zu spüren. Der Beinbruch bei einer früheren Ausstrahlung war zwar nicht nötig, aber das Bein war gebrochen. Doch das hätte auch woanders passieren können.
Hier jedoch stand viel auf dem Spiel, auch wenn Samuel als angehender Stuntman wusste, dass es nicht so einfach werden könnte. Vorgeführt hatte er seine kunstvollen Sprünge schon vor der Sendung im Vorführstadium, aber spätestens dann hätte allen Verantwortlichen klar sein müssen, dass dies zu gefährlich war. Das Risiko war einfach zu hoch!
Ja, spätestens dann hätte die Entscheidung gegen diesen Programmpunkt fallen müssen mit einem klaren Nein! Die große Gefahr wurde nicht erkannt. Und hier stellt sich die Frage, ob „um jeden Preis“ so etwas einer breiten Öffentlichkeit vorgeführt werden dürfe. Jetzt schon entscheiden Sender und Internetportale, diese unmittelbare Unfallsituation nicht zu senden, obwohl man sicher sein kann, dass diese Live-Sendung im ZDF auch von vielen unter 18 Jahren miterlebt wurde. Diese negativen Beispiele sind einfach abzulehnen. Ein wenig mehr Feingefühl der Verantwortlichen bei Fernsehsendern wäre wünschenswert. Dann brauchte man nicht nachher zu trauern und sich Vorwürfe zu machen. Also macht aus dieser Sendung wieder eine wirklich gute und unterhaltsame Sendung!
Wirklich schuld sind eigentlich alle, niemand hat genau überlegt, es ging um den Nervenkitzel, und davon scheinen einige nicht genug zu bekommen. Auch die breite Zuschauerzahl nicht. Hat denn jemand beim Sender angerufen oder hin gemailt, diesen „Stunt“ nicht zu bringen? Sind dem verantwortlichen Redakteur und Moderator Thomas Gottschalk schon früher Bedenken gekommen? Gab es vielleicht Bedenken bei dem Vater, dessen Auto genau in diesen Sturz so tragisch einbezogen war?
Nachher haben es immer so einige Superschlaue gewusst, doch hatte sich nur einer aus dem Publikum gemeldet, dass er diese Wette ablehnen würde, weil sie zu gefährlich war? Wir leben in einer Zeit der Superlative. Immer noch größer, immer noch höher hinaus, immer noch gefährlicher. Das ist ungesund, es mangelt an der richtigen Selbsteinschätzung. Die fehlte grundsätzlich bei dieser Wette.
Nun bleibt nur zu hoffen, dass Samuel wieder gesund wird, dass die Ärzte das Richtige tun und Samuel wieder im wörtlichen Sinne „tritt fasst“ auch für seine späteren Entscheidungen als - „vielleicht wieder“ als Stuntman?
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Richtig, dieser Kommentar spricht genau den richtigen Punkt an. Gut überlegte Sendungen mit einem Minimum an Risiko und viel Spaß, das wäre das Richtige gewesen. So ein Drama darf eigentlich niepassieren. Auch wenn bei der Übung vor der Sendung alles geklappt hat, so war ein solches Unglück abzusehen. Unglücklich und Tragisch, dieser Kommentar bringt es auf den Punkt. Prima!
absoluter quatsch...
Wieso hat man keine Matten ausgelegt? Wieso trug der Kandidat keinen Helm mit Kinnschutz? Ich kann es immer noch nicht glauben
Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Messerscharfe Analyse und genau meine Meinung. Einfach unverantwortlich! Vielen Dank für Ihren Kommentar!
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