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Katastrophe trotz Vorwarnungen - Kommentar zur Loveparade 2010

Das größte Drama: Warnungen von Außenstehenden und Ortskundigen wurden von den Verantwortlichen nicht beachtet: Die Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg war vorprogrammiert


Von Dorothea F. Voigtländer

Eigentlich sollte es eine friedliche und ausgelassene Feier werden, denn wer zur Loveparade nach Duisburg gekommen war, der wollte Spaß. Für 20 Menschen begann die Ewigkeit nach großem Leid und vielen Schmerzen. Und für über 500 schwer- und leichter Verletzte wird es für immer eine schlimme Erinnerung bleiben. Und das Schlimmste ist: Es war vorher gewarnt worden. Da kann sich niemand herausreden von den Verantwortlichen, er habe von solchen Vorhersagen nichts gewusst.

Ganz deutlich macht das ein mehrmals veröffentlichter Text eines Internet-Bloggers, der offensichtlich sehr gute Ortskenntnisse hat, dieser „klotsche“ (so sein Pseudonym), der in einem Kommentar auf der Internetseite „DerWesten.de“ schon am 7. Juni schreibt: „…sehe ich das richtig, dass die versuchen 1 million menschen über die 1-spurige TUNNELSTRAße! Karl-Lehr-Straße mit zwischendurch 2 kleinen trampelpfaden hoch zum veranstaltungsgelände zu führen? Also in meinen augen is das ne falle, das kann doch nie und nimmer gut gehen. Wer in essen und dortmund dabei war weiß, wie groß das gedränge schon auf recht weitläufigen zugangswegen war, das war ne klare katastrophe und die wollen ernsthaft den zugang über nen einspurigen TUNNEL leiten? Ich fass es nicht!!! Ich seh schon tote wenn nach der abschlußkundgebung alle auf einmal über diese mickrige straße das gelände verlassen wollen“. So der Originaltext in dieser Schreibform.

Wer voller Arroganz glaubte, ein Text in dieser nicht immer grammatikalisch richtigen Form sei nicht  ernst zu nehmen, der hätte durch diese detaillierte Warnung und auch Warnungen von offizieller Seite wie der Stadt Köln und Feuerwehrleuten aufmerksam werden müssen. Hier sind die Schuldigen zu finden.

So spricht auch der Stadtbeauftragte der Bad Honnefer Malteser Dr. Andreas Archut von einer „dramatischen Ausnahmesituation“. Es sei eine unwirkliche Situation gewesen. „Man nimmt an Katastrophenschutzübungen teil und glaubt, sie seien unrealistisch. Und jetzt ist tatsächlich so etwas Schreckliches passiert“. Seine Maltester und auch die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes vom Ortsverein Bad Honnef, die zu den ersten Helfern vor Ort gehörten, halfen ihren Kolleginnen und Kollegen, die, wie Dr. Archut für alle  nach ihrer Rückkehr zu www.deutschland-deluxe.de sagte: „Wir sind alle noch immer tief bewegt unter dem Eindruck dieser Geschehnisse aber wir sind auch dankbar für die Unterstützung, die wir von Teilnehmern und andern Einsatzkräften bekommen haben. Gottlob sind alle Einsatzkräfte unversehrt zurück gekehrt“.

Doch die Erinnerungen und schrecklichen Bilder bleiben: Die Katastrophe war beinahe wie vorprogrammiert. Menschen wurden zertrampelt und litten bis zum letzten Atemzug. Andere leiden noch in den Kliniken. Unter Schock in Friedenszeiten leiden auch viele Sanitäter, Ärzte und Feuerwehrleute aus Bonn und der Region, aus dem Umfeld von Duisburg, Helfer, die unter dem Publikum waren.

Und wieder Warnungen am 22. Juni von „klotsche“ (s.o.). Das Internet ist eine große und wichtige Informationsplattform geworden. Warum hat man da nicht reagiert? Blumen, Kerzen und ein Schild mit der Frage „Warum“ zeigen die Verzweiflung. Wut steigt auf über die Leichtfertigkeit, mit der über die mannigfachen Bedenken hinweggegangen wurde.

Loveparade soll nun nicht mehr stattfinden. Wer könnte das auch ertragen, mit diesen schrecklichen Erinnerungen. „Make Love not War“, so hieß es einst einmal. Hier war ein „Krieg“ der besonderen Art, ein Krieg, der unnötig war, wie eigentlich alle Kriege unnötig sind und sinnlos. Und der in Duisburg hätte verhindert werden können. Das ist die bittere Bilanz. Und dazu kann man nichts mehr hinzufügen. 

 

Bitte beachten Sie auch den lesenswerte Artikel im Bürgerblog-Blankenheim
zum Thema Massenpanik auf der Loveparade.

 

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Wo waren die Zeitungen?
Das schreiben Leute in den Internetblogs solche Dinge und die Zeitungen sollten das doch wenigstens mal anschauen und diesen Überlegungen anchgehen. Alle hacken auf den Politikern rum - hier es richtig, aber die sonst so kritischen medien haben sich offenbar erfolgsbesoffen im rausch der Vorfreude auch ihrer Wächterfunktion einmal eine zeitlang entledigt.

Aber Feiern bis zum Excess wie auf dieser Parade kann nun mal auch schiefgehen. Es ist brutal, aber es uns ein wenig wieder auf den Boden zurückgeholt, mit zu viel vielen Opfern.

....und dann lest auch einmal die Infos im Blog von www.weissgarnix.de in dem Artikel "Augen zu und durch" über das Thema, dann bekommt man noch mehr mit von den Hintergründen, die zu dem Drama geführt haben.

Den betroffenen Familien schicke ich mein aufrichtigstes Beileid und bete dafür, dass sie die Kraft haben, das alles durchzustehen!

Allen Verantwortlichen aber - die, welche Entscheidungen von Tragweite auch immer fällen müssen, - möge der Heilige Geist beistehen und möge der Mut nicht verloren gehen, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen - je eher, je besser! Heißte es doch so richtig: "Wehret den Anfängen!" -
und der andere Spruch heißt: "Bedenke das Ende!"

Ich war bei der Loveparade,komme aus Osnabrück und habe den Platz noch nie zuvor gesehn nur eine Skizze im Internet..wie kann es sein das Ich als 22 jähriger absolut unwissender Mensch in Sachen Sicherheitsfragen oder sonstigem allein schon anhand des Plans die Frage in den Kopf bekomme wie das gut gehen soll??Bin ich etwa ein verstecktes Genie in Sachen Sicherheitsfragen und wusste dies nicht?Nein..
Als ich gegen 14Uhr in Richtung des Platzes die Tunnel durchlief wurde mir dieses noch bewusster..aber man glaubt ja bis zuletzt "Die wissen schon was die hier machen,werden`s wohl geprüft haben.."
Ich bin zu tiefst enttäuscht von den Organisatoren und Planern dieses Events.. Grade wenn man sieht das diese Leute absolute Theoretiker sind die außer auf der Weihnachtsfeier Ihres Büro`s oder einem Konzert von Stefan Mross noch nie auf einer größeren Veranstaltung waren..Sowas verwaltet unsere Städte und Gemeinden und sorgt für unsere Sicherheit..Entschuldigen Sie bitte meinen Zorn persönlich geht es mir nah und ich fühle mit da mein Kumpel einen Freund verlor..

Lesenswerter Beitrag,der das Unvermögen oder schlimmer noch, die Ingnoranz der Verantwortlichen deutlich macht. Als ehemals verantwortlicher Kenner in Sicherheitsfragen, insbesondere bei Großveranstaltungen, stellt sich mir sofort die Frage, warum die am Sicherheitskonzept beteiligten Verantwortlichen nicht eindringlicher gegen den Veranstaltungsort remonstriert haben.
Wenn schon " Blogger", ohne Fachkenntnisse richtigerweise warnen, dann wird die Staatsanwaltschaft mit Sicherheit entsprechende Vermerke der Polizeiführung in den Akten finden.
Bedauerlicherweise wird dies den Opfern nicht mehr helfen, aber hoffentlich zur Aufklärung beitragen. Bleibt mal wieder die Erkenntniss: Nur optimale Planung unter Beachtung aller Sicherheitsaspekte sowie der Bereitschaft der politisch Verantwortlichen notfalls auf die Durchführung einer Veranstaltung zu verzichten, wenn Sicherheitsexperten dies fordern,werden dazu führen wieder Vertrauen bei der Bevölkerung - dem Wahlvolk - zu erlangen.

Die Feuerwehr hatte vor knapp einem Jahr schon gewarnt,Und das hat die satadt Duisburg unter den Tisch gekehrt ,Hammer is nur das Sogenannte experten den platz und die sicherheit für ausreichend stimmten.Selbst das die rettungswege und flucht wege enger machten durften.

Ich finde es einfach Traurig das die verantwortlichen bei der Pressekonferenz den mund nicht aufbekommen haben.Der Veranstalter(herr Schaller)war selbst zu feige und hat seinen pressesprecher jedesmal vorgeschickt.Wissen sie ich fahre täglich am diesen Ort vorbei und habe selbst gesagt vor knapp 3 monaten das dies zu eng wird und nicht gut gehen kann.Ein riesen Skandal ist das wahrnungen vor der Loveparade nicht ernstgenommen wurden.Die stadt Duisburg hat doch nur das Geld gesehen ohne rücksicht auf verluste!!!!Ich hoffe und bete das unser Rechtstaat nun auchmal zu einem Rechtsstaat wird und die verantwortlichen dafür bluten werden.Hoffe das die hart aber richtig hart bestraft werden.Und der Herr Sauerland und die stadt Duisburg müssten für die Beerdigung der toten und für den Krankenhaus aufenhalt der verletzten Zahlen.Ich selber bin einfach nur fassungslos obwohl ich selbst noch nicht mal da war.hiermit drücke ich auch mein beileid an die angehörigen der toten und verletzten aus.

Hallo
Auch ich trauere um die toten Menschen der Loveparade aber ich finde es unverantwortlich das keiner für dieses Desaster verantwortlich sein will. Veranstalter war sehr schlecht um dieses durchzuführen dafür mussten gut 20 Menschen sterben ich finde so etwas absolut niederträchtig

Danke für den tollen Kommentar. Einfach unglaublich, dass vorher schon gewarnt wurde!

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