Skip to main content

Bilder von Köln vor dem Zweiten Weltkrieg

 

Diese einmaligen Geschichtsbilder des berühmten Fotografen August Sander sind im Kölnischen Stadtmuseum zu bewundern


Rathaus Turm und Rhein
Ja, so sah es 1938 aus, als der Fotograf August Sander den Rathausturm auf diesem Bild verewigte mit Blick auf den Rhein. © Kölnisches Stadtmuseum


Das Herz der Stadt Köln einst und jetzt zeigt das Kölnische Stadtmuseum mit einem spannenden Rundblick in die Geschichte, in das Geistesleben, die Wirtschaft und das Alltagsleben Kölns und seiner Bewohner vom Mittelalter bis in die Gegenwart – und einer Fotoausstellung des berühmten Fotografen August Sander als Erinnerung an eine schöne alte Stadt vor dem Zweiten Weltkrieg. Doch davon später.
Was jeder Besucher sofort wissen will, das wird beantwortet: Fragen nach dem Köln-typischen Phänomenen wie Klüngel, Kölsch, Karneval, Hänneschen-Theater, Kölnisch Wasser sowie dem - in Köln erfundenen - Otto-Motor und Ford werden beantwortet. Dann taucht der Besucher ab in die überhaupt nicht trockene politische Geschichte dieser Stadt vom späten Mittelalter bis in die Nachkriegszeit.

Tatsache ist,  Köln war während des Mittelalters die größte Stadt nördlich der Alpen. 1288 konnte sich die Stadt in der Schlacht bei Worringen von der Herrschaft des Kölner Erzbischofs lösen. 1396 errangen die Zünfte und Kaufmannsgilden die Stadtherrschaft und gaben sich in dem „Verbundbrief" eine zunftdemokratische Verfassung, die 400 Jahre lang Gültigkeit hatte. Die Reichsstadt fand 1794 ihr Ende, als die französischen Revolutionstruppen die Stadt besetzten. Köln gehörte anschließend 20 Jahre lang zu Frankreich. Und das hört man noch heute im Sing-Sang des kölschen Dialekts.

Köln Heumarkt 1938
Vieles hat sich bis heute auf dem Heumarkt verändert, der auf diesem Foto aus dem Jahre 1938 noch ein anderes Gesicht zeigt .© Kölnisches Stadtmuseum

Seit dem Wiener Kongress war die rheinische Metropole eine preußische Provinz- und Festungsstadt, und die Rheinländer liebten die Preußen überhaupt nicht. 1848 bildete sich hier, wo Karl Marx Redakteur der „Neuen Rheinischen Zeitung" war, ein Zentrum der Revolution. Mit der Errichtung des Deutschen Reiches 1871 söhnten sich die Rheinländer mit den Preußen mit ihrer großzügigen und launischen Art aus, wobei sie sie im Karneval bis heute mit ihren Kostümen und den gespickten Anspielungen bei den Büttenreden auf die Schippe nahmen und nehmen, zumal jetzt Berlin wieder die Bundeshauptstadt ist. Das bietet genug Stoff!

Das 20. Jahrhundert stellt sich dar als Kaleidoskop der Ära Konrad Adenauers als Kölner Oberbürgermeister in den 1920er Jahren, der Zeit des Nationalsozialismus mit der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegszeit.

Und jetzt gibt es eine überaus sehenswerte Fotogeschichte aus und über Köln in einem Zyklus „Köln wie es war“, Fotos, die der berühmte Fotograf August Sander mit viel Liebe und Einfühlungsvermögen „schoss“, Erinnerungen an eine schöne alte Stadt vor der Zerstörung durch die Bomben im Zweiten Weltkrieg.

Kölner Sander Zeughaus
Wer erinnert sich noch an das alte Kölner Zeughaus? Hier ein Foto von Sander aus den Jahren 1930-1939. © Kölnisches Stadtmuseum

Als die Stadt Köln 1953 von August Sander (1876–1964) dessen Mappenwerk „Köln wie es war“ erwarb, existierte das alte Köln nur noch im Gedächtnis der Überlebenden. Sander hatte nach dem Ersten Weltkrieg damit begonnen, das Bild der Stadt Köln photographisch festzuhalten. Datierungen erschienen ihm nebensächlich, seine Bilder zeigen keine Zeitbezogenheit. Wie in seinem Porträtwerk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ strebte August Sander ein tatsächliches Porträt einer Stadt an. Der Zweite Weltkrieg setzte diesem Unternehmen ein Ende. Zwischen 1946 und 1952 stellte der Kölner Photograph, der aus dem Siegerland stammte, in 16 Mappen 408 Bilder zusammen. Die Ausstellung im Stadtmuseum Köln zeigt eine überaus interessante  Auswahl daraus, die ergänzt wird durch weitere Sander-Photographien aus dem Bestand des Museums. Die Bilder sind eine Meisterleistung wie auch der Fotoband mit seinem hervorragenden Layout. So kann der Betrachter tief in die Zeit damals hineintauchen, schön für diejenigen, die diese Zeit noch gekannt haben, gut für die Jüngeren, das alte Köln kennen zu lernen.

Maria Schnurgasse
St. Maria in der Schnurgasse 1930 – 1939. © Kölnisches Stadtmuseum                                                                                   


„Ja, so war es hier früher“, seufzt ein älterer Herr mit Tränen in den Augen. „Wenn doch nur die schrecklichen Bomben unser Köln nicht so schrecklich zerstört hätten!“

Er kann sich einen Bildband mit nach Hause nehmen voller Fotografien von 1920 bis 1939, herausgegeben vom Kölner Stadtmuseum, Emons Verlag 2009. Auf 448 Seiten holt den Betrachter die Geschichte aus der Zeit vor dem Krieg ein. Ein Vorgeschmack ist die Ausstellung einer Fotoauswahl im Kölnischen Stadtmuseum bis zum 7. Februar 2010.

Sanderhaus Siebengebirge
Heute gut zu erkennen: die Deutzer Brücke mit Blick auf den Rhein und in der Ferne das Siebengebirge. © Kölnisches Stadtmuseum

 

Frage & Antwort Community


Melde Dich jetzt in unserer Community an und stelle Deine persönliche Frage!

Egal ob Urlaub und Hotels, Essen & Trinken oder die neuesten Fernseh- und Unterhaltungstrends -

Hier ist für jeden etwas dabei!
Jetzt mitdiskutieren!
 

Ihre Meinung ist gefragt - Jetzt mitdiskutieren:

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Weitere Informationen über Formatierungsoptionen
  • Zulässige HTML-Tags: <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Zeilen und Absätze werden automatisch erzeugt.