Winterzeit ist eine beliebte Museumszeit und erlaubt den Luxus für Blicke zurück in die Vergangenheit im Volkskundlichen Gerätemuseum in Bergnersreuth

Das sympathisch gestaltete Anwesen zweier ehemaliger Höfe, das Volkskundliche Gerätemuseum in Bergnersreuth, lädt zu einem Besuch ein. © Museum
Schon beim ersten Schritt über die Schwelle des Volkskundlichen Gerätemuseums in Bergnersreuth, einem Vorort von Arzberg, fühlt sich der Besucher in die Vergangenheit der Großeltern oder gar der Urgroßeltern versetzt. Denn der Museumshof entstand im Jahre 1908, indem zwei Bauernhöfe zusammengelegt wurden. Dabei wurden jedoch die Vorgängerbauten mit moderneren und funktionelleren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden optimiert, sodass der Besucher einen sympathischen und gut funktionierenden Bauernhof aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vorfindet, in dem man sich schon richtig wohlfühlen kann, weil hier eine ganz besonders heimelige und warme Atmosphäre herrscht.
Und was für Bayern ganz außergewöhnlich ist, so erläuterte die Museumsdirektorin Dr. Sabine Zehentmeier bei einem Rundgang, ist der Umfang und Qualität der Schablonenmalerei der 1920er Jahre, mit der alle Räume im Wohngebäude dekoriert sind und darum besonders kunstvoll und wohnlich wirken. Doch damit nicht genug, da sind zwei Fußböden mit Teppichmustern schabloniert – wahrlich eine bemerkenswerte Besonderheit, die es mit Muße zu bewundern gilt.
In dieser gemütlichen und wohnlichen Küche von anno dazumal holt den Besucher die Vergangenheit ein. © Museum
Eigens eingerichtete Räume dokumentieren mit ihrer Einrichtung und erklären durch Beschreibungen die Hof-, Wirtschafts- und Familiengeschichte der einstigen Bewohner dieses Anwesens, die so dem Besucher „fast“ persönlich bekannt werden.
Womit damals auf einem Bauernhof gearbeitet wurde, das ist in einer ehemaligen Scheune zu sehen, wo die Geräteabteilung untergebracht ist. Diese Scheune wurde zu modernen Ausstellungsräumen umgestaltet. Denn hier werden wichtige Teile der reichhaltigen Sammlung des Fichtelgebirgsvereins präsentiert (Bestand zirka 18 000 Objekte!), wobei der Schwerpunkt der Geräte im Bereich der Landwirtschaft, des Handwerks und des Transportwesens liegt.
Die Winterzeit ist für einen Besuch dieses Museums gerade die richtige Zeit, um in Muße zurückblicken zu können, wie zum Beispiel auch in eine gemütliche Küche mit ihren bunten Töpfen und ihrer warmen Wohnecke am Ofen, um zu erfühlen, wie damals gelebt, gewohnt und gearbeitet wurde.
www.bergnersreuth.de
Dr. Sabine Zehentmeier, Fichtelgebirgsmuseum Wunsiedel, Spitalhof in 95632 Wunsiedel.
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