Es wird Zeit: „Bis Johanni nicht vergessen: sieben Wochen Spargel essen“
Von Dorothea F. Voigtländer
Nur noch wenig Zeit bleibt den Spargelliebhabern, denn bis Johanni am 24. Juni, so sagt der Volksmund, sollte man ihn genossen haben, dann ist die Spargelzeit vorbei. Denn sieben Wochen spießt er reif aus der Erde, und das auch noch in drei Farben, doch, so heißt eine fränkische Bauernregel: „Kirschen rot, Spargel tot“. Also ran an den Spargel, der noch dick in weiß, violett und grün in den Verkaufskörben liegt und lockt.
Die Sonne hat bei der Entstehung des Spargels mitgespielt, darum die unterschiedlichen Farben. Mit Erde bis oben hin bedeckt und gut versteckt, zieht der Spargelliebhaber zunächst zur Reifezeit die weißen Spargelstangen aus der Erde, dann die violetten, später die grünen. Bleich und weiß ist der Bleichspargel, mild im Geschmack und wird in Deutschland als weißen Spargel bevorzugt verspeist. In Frankreich ist der violette Bleichspargel beliebt, weil er einen etwas kräftigeren Geschmack hat, würzig ist und wird dann erst gestochen, wenn er die Erdoberfläche durchstoßen hat.
Während die beiden ersten Spargelsorten in Erdwällen gehegt werden, baut man den Grünspargel ohne diese Erdwälle an. Er ist dem Wildspargel sehr ähnlich, wächst über der Erde und ist darum grün, weil er viel Chlorophyll in sich vereinigen kann durch das Licht und die Sonne. Ein Vorteil beim grünen Spargel ist, dass man ihn nicht schälen muss, und das untere Drittel wird einfach abgeschnitten, damit kein holziges Stück den Gaumen verärgert. Es sind zartere Stangen, ebenfalls in Frankreich besonders beliebt, und mit einer herzhaften Essig-, Zitronen mit Oelsoße schmeckt er noch herzhafter, kräftiger und würziger, als er ohnehin schon ist.