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Kunstauktionen 2010: Dorotheum baut Spitzenposition aus

Historische Rekordauktionen bei Alten Meistern, Gemälden des 19. Jahrhunderts, Klassischer Moderne, Silber und Design – Die „Aktie an der Wand“ ist Programm


Dieses Bild von Frans Franken II. (1581-1642) ist  mit 7,02 Millionen Euro das bisher teuerstes je in Österreich versteigertes Gemälde „Der Mensch zwischen Tugend und Laster“. © Dorotheum

Von Dorothea F. Voigtländer

Es hat sich in den letzten zwei Jahren vor allem während der Finanzkrise gezeigt, dass Kunst und Antiquitäten bei den Sammlern und Anlegern hoch im Kurs stehen. Das konnte bei einem Jahresrückblick auch 2010 das Dorotheum feststellen, das damit seine Spitzenposition in Kontinentaleuropa ausgebaut hat. Fakt ist ganz klar: Kunst und Antiquitäten stehen bei Sammlern und Anlegern hoch im Kurs: Mit rund 143 Millionen Euro Gesamtumsatz bei Auktionen (Stand: 15. 12. 2010) rangiert das Dorotheum unter den Top 5 Auktionshäusern weltweit, ist somit auch das mit Abstand größte Auktionshaus in Kontinentaleuropa. Die „Aktie an der Wand“ hat heute große Bedeutung. „Mit zahlreichen Weltrekorden war 2010 das erfolgreichste Jahr in der Geschichte des Hauses. Auch ohne die zusätzlichen spektakulären Verkäufe, wie etwa dem Gemälde von Frans Francken, der größten Goldmünze der Welt oder der Leopold-Auktion, wäre es ein Rekordjahr geworden“, heißt es aus der Geschäftsleitung.

Giovanni Francesco Barbieri (1591-1666): „Rinaldo hält Armida ab, sich mit einem Pfeil zu töten“; versteigert für 1.042 300 Euro. © DorotheumSo nennt denn Dorotheum - Geschäftsführer Martin Böhm die Gründe des Erfolges: „In den vergangenen Jahren haben wir intensiv die Internationalisierung des Dorotheum vorangetrieben, den weltweiten Kundenkreis enorm erweitert. Wir können dadurch ein starkes internationales Angebot an Kunstwerken anbieten.“
Der Ausbau der Italien-Aktivitäten - u. a. mit der im Vorjahr eröffneten Repräsentanz in Rom - sowie das verstärkte Frankreich-Engagement habe sich für das Auktionshaus bewährt. Er erinnerte daran, dass dieses Auktionshaus im Herbst in Paris seine Top Auktionsobjekte im prunkvollen Rahmen präsentiert habe.
In Erinnerung bleiben die  Alten Meister und Gemälde des 19. Jahrhunderts im April 2010 sowie Klassische Moderne. Design oder Silber im Mai 2010 wurden zu historischen Rekordauktionen. Eine Steigerung mit weltweiter Resonanz gab es vor allem mit dem im April versteigerten Gemälde von Frans Francken II. „Der Mensch zwischen Tugend und Laster“ fand mit 7.02 Millionen Euro einen neuen Besitzer. Das Francken-Gemälde sei damit  auch das teuerstes je im deutschsprachigen Raum und Kontinentaleuropa versteigerten Altmeister-Gemälde und markiere auch den Weltrekord für den Künstler.

Noch ein weiteres Bild habe alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen, nämlich das Millionenbild Il Guercinos dramatische Szene nach Tasso, „Rinaldo hält Armida ab, sich mit einem Pfeil zu töten“ (€ 1.042.300). Und 329.300 Euro wurden in der Herbst-Auktion für zwei neu entdeckte Szenen aus dem Leben von König David von Guercino bewilligt. (deutschland-deluxe berichtete)
Weitzere Spitzenergebnisse waren bei der klassichen Moderne zu verzeichnen. So sprechen die Ergebnisse für die internationalen Stars mit Giorgio Morandi, Paula Modersohn-Becker und Gino Severini. Für sich. Gute Figur machten dabei auch Werke der österreichischen Künstler Carl Moll und Kolo Moser. Bei den Zeitgenossen überzeugten etwa Werke von Günther Uecker, Anselm Kiefer oder Agostino Bonalumi. Das stark im Trend liegende 19. Jahrhundert überzeugte u. a. mit sensationellen 283.300 Euro für ein kleinformatiges Seestück von Konstantin Aivazovsky. Das Dorotheum erweist sich einmal mehr als Marktführer bei Waldmüller-Gemälden: „Die Kranzljungfer“ von 1843 wurde bei 421.300 zugeschlagen. Unter den Top-Auktionsergebnissen befinden sich auch die Highlights der Silber- und Designauktion: Über 200.000 Euro erreichten die vier Kerzenleuchter aus dem Besitz von Katharina der Großen sowie der Schreibtisch von Diego Giacometti.

Ferdinand Georg Waldmüller (1793-1865); „Die Kranzjungfer versteigert für 421.300 Euro. © DorotheumEine eigene Kategorie war die aufsehenerregende Auktion mit Bildern und Jugendstil aus der Sammlung Leopold 2 am 7. Dezember. 1,55 Millionen Euro brachte die Versteigerung von rund 180 Objekten aus der privaten Sammlung von Rudolf Leopold. Die weltgrößte Goldmünze, die 100 Kilogramm schwere kanadische Maple Leaf,  brachte einen Gewinn von 3,27 Millionen Euro.

Die Spartenvielfalt wurde im Jahre 2010 erweitert mit Orientteppichen, Textilien und Tapisserien unter der Regie des Experten Wolfgang Matschek. Und die erste Auktion am 14. September wurde sehr gut angenommen. Spitzenstück mit 34.460 Euro war ein Khotan-Seidenteppich aus dem 19. Jahrhundert. Seit Herbst dieses Jahres wird  das Dorotheum auch Außereuropäische Kunst und Stammeskunst (Prof. Erwin Melchardt) übernehmen. Die erste Auktion gibt es 2011; deutschland-deluxe.de wird darüber informieren.

 

 

 

 

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