„Das verlorene Symbol“ mit Blitzstart
Nur Harry Potter startete besser. Dan Brown schickt nach „Illuminati“ und „Sakrileg“ seinen Protagonisten Robert Langdon wieder auf die Piste. „Das verlorene Symbol“ eroberte bereits in der englischen Version („The Lost Symbol“) in Windeseile Platz sechs der Focus-Bestsellerliste. Seit Beginn der Buchmesse in Frankfurt ist der Thriller auch in deutscher Sprache zu haben.
Die Befürchtung, Brown würde mit dem verlorenen Symbol nur einen Abklatsch der beiden vorangegangenen Erfolgsromane zustande bringen, hat sich nicht ganz erfüllt, obwohl dieses Mal die Freimaurer als geheimnisumwitterte Gruppierung herhalten müssen. Ganz im Gegenteil heimste Browns neuestes Werk bereits viel Lob ein.

Die Gestaltung des Umschlages kommt bekannt vor
Foto: Lübbe-Verlag
Der neue Thriller spielt nicht im alten Europa, sondern in Washington. Der wiederkehrende Held der Geschichte, Robert Langdon, Harvard-Professor für religiöse Symbologie, macht im Capitol einen seltenen Fund, die Hand seines alten Freundes Peter Solomon. Ein Finger war aufwendig tätowiert worden und weist auf das an der Wand hängende Portrait von George Washington. Der war nicht nur erster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, sondern auch Freimaurer. Nach dem ersten Schock interpretiert Langdon das Arrangement messerscharf: Es muss einen geheimnisvollen Grund haben. Schnell findet er heraus, dass der Bösewicht ihn, Langdon, dazu benutzen will, einen alten Geheimcode der Freimaurer zu entschlüsseln, der zu großer Macht verhilft. Er gibt Langdon nur zwölf Stunden Zeit. Schaffe er das nicht, so werde eine Katastrophe hereinbrechen, von der sich das Land nicht mehr erholen wird.
Altes Grundmuster, aber spannend
Dieses Mal kämpft Langdon mit Katherine, der Schwester Solomons an seiner Seite, gegen das Böse. In gewohnter Manier löst er ein Rätsel nach dem anderen, lüftet die Geheimnisse alter Geschichten, recherchiert, analysiert, wertet aus und kämpft gegen den CIA. Hier wiederholt sich das Muster der bisherigen Romane bis hin zu einer schaurig angstmachenden Figur, einem von Kopf bis Fuß tätowierten, eitlen und kastrierten Psychopaten, der sich selbst den hebräischen Namen Mal’akh (Engel) gegeben hat.
Trotz des wiederkehrenden Musters, trotz der manchmal lehrerhaften Textpassagen (das kann Schätzing noch viel besser) und trotz des etwas zu lang und leider auch absehbar geratenen Endes ist das Buch wirklich spannend. Wer sich einmal hineingearbeitet hat, wird nur zwangsweise aufhören. Übrigens, selbst das Tourismusbüro der Stadt Washington hat die Potenziale erkannt, die das Buch für den Fremdenverkehr bringen könnte und eine Website für Dan-Brown-Fans eingerichtet.
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