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Champagner stilvoll öffnen mit dem Champagnersäbel

Macht auf Frauen mächtig Eindruck – der gekonnte Schlag mit dem Champagnersäbel – doch wo sind sie, die napoleonischen Offiziere?

„Der Champagnersäbel wird einen Finger breit über dem Etikett angesetzt und wird dann in einer fließenden Bewegung in einem Winkel von 20° auf den Flaschenhals zu bewegt“

Deutschland-deluxe ist ein Portal mit dem Anspruch, Ihnen liebe Leserinnen und Leser nicht nur den Alltagsstress ein wenig kleiner zu machen, sondern auch der Kultiviertheit und den schönen Dingen des Lebens ganz bewusst einen Platz einzuräumen. Leider spricht sich auch heute noch nichts schneller herum, als Mist und Unglück, und das bleibt dann zu allem Elend auch noch an einem kleben wie Pech und Schwefel. Es vergiftet die Seele und trägt zu schlechtem Umgang, Miteinander bei (Duden Kommunikation), und das wiederum ist wahrlich für nichts gut sondern schadet uns nur!

Die Geschichte, die mir den Champagnersäbel näher brachte, möchte ich Ihnen heute hier nicht erzählen, aber die Geschichte des Champagnersäbels an sich ist schon ein paar Takte wert! Über diese Edelversion eines Flaschenöffners liest man denn auch mit einem gewissen Schmunzeln, dass es tatsächlich Zeiten gab, da gehörte der Champagnersäbel fast noch mehr zum „kleinen Handwerkszeug“ eines napoleonischen Kavallerie-Offiziers, als seine Sporen oder seine Gerte.

Begründet hat Napoleon diese Sitte nach einer gewonnen Schlacht - noch auf dem Pferderücken sitzend - durch einen gezielten Schlag mit dem Säbel, eine Sekt- oder Champagnerflasche zu köpfen. (Daher nennt man diese Kunst auch sabrieren – kommt aus dem Französischen von le sabre = der Säbel.) Und das geht so:
„Der Champagnersäbel wird einen Finger breit über dem Etikett angesetzt und wird dann in einer fließenden Bewegung in einem Winkel von 20° auf den Flaschenhals zu bewegt“, heißt es bei Wikipedia – und weiter steht dort: „…und schlägt von unten gegen den Wulst des Flaschenkopfes, möglichst an der Stelle, wo die Längsnaht hin den Querwulst über geht“ – und weiter: „….eventuelle Glassplitter werden durch den Druck des austretenden Schaumweins weit weg geschleudert“.  Der Korken ist natürlich dahin geflogen und mit ihm der Kopf der Champagnerflasche und natürlich ist auch der Wulst auf und davon!

In einer fließenden Bewegung wird auf den Flaschenhals geschlagen und dabei der Kopf der Champagnerflasche inklusive Korken abgetrennt

Als Napoleon noch von gewonnenen Schlachten träumte, weil ihm die verlorenen noch bevor standen, feierte man oft stehenden Fußes, noch auf dem Pferd sitzend, seinen Sieg und der geübte Sabreur hatte hohes Ansehen! Später als man dann nicht mehr so viel Anlass hatte, gewonnene Schlachten zu feiern, verlagerte sich dieses Spektakel in die Ballsäle und auf privaten Festen war es noch lange Zeit üblich, Champagner- und Sektfalschen auf diese Art und Weise zu sabrieren (zu köpfen).

Heute hat auch dieser Säbel, wie so manch andere Requisite aus kriegerischen Zeiten vergangener Jahrhunderte, seinen Platz eher auf den Kaminsimsen sentimentaler Pferdeliebhaber – möglichst noch mit viel Kavallerie-Offiziersblut im Stammbaum.

Doch auch die Freunde und Schützen der Bürger-Schützenfeste erinnern sich mit Vergnügen und einem gewissen sentimentalen Träumen dieses rustikalen Brauchs. Der Champagnersäbel ist wieder hoch im Kurs. Bisschen teuer wird es zwar beim Üben, aber auch da haben sich bestimmt die Sabreure mittlerweile etwas einfallen lassen. Anbei eine von vielen Anleitungen zum Sabrieren.

Foto 1: Copyright Fotolia, Foto 2: Copyright Wilfried Reisdorf / Siehe wwbb.de

 

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