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Bundestagswahl 2009: Kommentar zum Wahlergebnis

Vor den Wahlen großes Wahlkampftheater bis zur letzten Sekunde, dann die Riesenüberraschung über den Absturz der Sozialdemokraten, das „Tal der Tränen“, viel Jammern bei den großen Parteien über die insgesamt schlechtesten Ergebnisse seit 60 Jahren, doch wer spricht jetzt noch von den Wahlinhalten?

Da wird um die Ämter gestritten, wer was wo machen soll und will, reihenweise verlassen Politiker ihre angestammten Sitze in Bund und Land, das Misstrauen der Bürger wird immer größer. Das zeigte sich schon am Wahltag mit der überaus geringen Wahlbeteiligung, Politverdrossenheit dürfte eigentlich das „Wort des Jahres 2009“ werden. Von Geld wird geredet, das überall fehlt, von Zuschüssen, von denen niemand weiß, woher sie kommen sollen, Steuern rauf oder runter, niemand weiß so recht, wie es weitergehen soll.
Da hatten sich die großen Fernsehsender so ins Zeug gelegt und stunden- und tagelang über die Wahl und die Analysen berichtet, dass die Bürger vielmals eher zu einer schönen DVD griffen, um einmal etwas anderes zu sehen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hüllt sich in Schweigen, sie überlegt erst gründlich, wie sie es immer tut, und das ist auch gut so. Sie scheint die einzige Konstante in diesem Wirrwarr zu sein, auf sie hofft man nun, dass sie irgendwann einmal ein Machtwort in ihrer ruhigen Art spricht. Darauf darf man gespannt sein. In Erinnerung bleibt ihr fröhliches Lachen, dass ihr nun die Freien Demokraten mit Guido Westerwelle an der Spitze zur Seite stehen soll. Jedenfalls so haben die Wähler gestimmt. Und Westerwelle zeigt sich staatsmännisch und verschwiegen. Da erinnert man sich gerne an Großmutters Rat: „Erst mal die Dinge überschlafen, ehe man endgültige Entscheidungen trifft“.

Doch die Bürger zeigen ein einstimmiges Desinteresse. Die Nachrichten bringen immer mal wieder etwas aus der Bundeshauptstadt Berlin, Journalisten versuchen da und dort, Hintergründe zu erfahren, doch es ist seltsam ruhig, die Stimmung allenthalben verhalten. Bleibt nun abzuwarten, wie das Politkarrussel sich weiterdrehen wird, was aus den vollmundigen Versprechen angesichts der überall leeren Kassen, der Wirtschafts- und Finanzkrise werden wird. Niemand weiß es, alles Gerede ist Spekulation, und das Thema Politik im Großen und im Kleinen regt nicht mal mehr die Stammtischler auf. Also dann! Die Zeit wird es zeigen.

 

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