Ein ganz neues Buch, das Historiker und Heimatkundler begeistern dürfte
Von Dorothea F. Voigtländer
Am Rhein gefallen viele Burgen, alte Schlösser, geheimnisvolle Ruinen. Dazu gehört auch der Rolandsbogen, der jedoch von Zeit zu Zeit immer aktuelle „Form“ annimmt. So auch jetzt, denn der Bogen wurde von seinem erstickenden Efeugeranke befreit, die zerbröselnden Steine wurden befestigt, der Bogen insgesamt zum Augenfang restauriert. Etwas ganz Neues schaut von oben auf den Rheinfluss, genau gegenüber des Drachenfelses.
Und neu ist auch das prachtvolle Buch über den Rolandsbogen von Kurt Roessler, der aus dem Heute weite Schritte in eine pralle Vergangenheit zurücklegt mit seinem wirklich faszinierenden Buch in Inhalt und Form sowie einem kunstvollen Layout: „Rolandsbogen. Lyrische Landschaft des Rheins. Geschichte und Gedichte der Burg Rolandseck seit 1122“. Das Buch verspricht viel und hält es auch.
Bisher völlig neue Details zur Geschichte werden hiermit präsentiert, es macht Freude, dieses Buch mit seinen zahlreichen farbenprächtigen Abbildungen durchzublättern und da und dort Neues auch für diejenigen zu erfahren, die glaubten, sie hätten sich bisher genauestens über den Rolandsbogen und seine historische Identität erkundigt. Der Autor Roessler hat noch tiefer geschürft, er hat bisher Unbekanntes und Neues gefunden. Das macht Freude. Die Geschichte aus alten Tagen wacht auf, die Burg, zu der dieser Bogen, eigentlich ein großes Fenster, das auf die Insel Grafenwerth und das Siebengebirge herunterschaut, gibt es ja leider nicht mehr, doch sie erwacht aus den Zeilen des Autors Roessler und dem Rolandslied.
Und da ist auch schon der Anfang, die Zeiten eilen vom Rolandslied (La Chanson de Roland) weiter in das Erzstift Köln, bis hin zur Entstehung der rheinischen Rolandssage, eines alten Liedes über die traurige Liebesgeschichte von Roland und Hildegunde - ein altes Volkslied. Und natürlich durfte hier auch Napoleon nicht fehlen, der auf den Rat seiner Noch-Nicht-Kaiserin (sie wurde dies erst mit der Krönung in Notre Dame de Paris am 2. Dezember 1804) die Ordensdamen um eine Sonderbehandlung bitten ließ, als Napoleon von Bonn nach Koblenz ritt. Durch Dekret vom 30. Oktober 1804 wurde das Kloster auf Nonnenwerth nicht säkularisiert wie die anderen kirchlichen Einrichtungen auf der linken Rheinseite. Fehlen darf auch nicht der erste Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer, der sich einst „heimlich“ auf dem Rolandsbogen mit seiner Emma verlobte. Und da schrieb einst Guillaume Apollinaire: „A Rolandseck au loin je rêvais sur la rive gauche…“
Seit über zwei Jahrzehnten erforscht Kurt Roessler unermüdlich das Gebiet des nördlichen Mittelrheins und hier der Rolandsbogen-Gegend. Er fand und zitiert literarische Zeugnisse, die von der Geschichte dieser Landschaft und ihrer Bewohner berichten. Rechtzeitig zum 200. Geburtstag des Dichters Ferdinand Freiligrath (1810–1876), dem der Wiederaufbau des Rolandsbogens (1840) zu danken ist, hat Roessler nun einen Prachtband mit vielen Abbildungen und zahlreichen Texten (darunter über 50 lyrischen) herausgegeben – eine atemberaubende Wanderung durch fast 900 Jahre. In sieben Kapiteln, beginnend mit „Das Rolandslied und seine Folgen“ (S. 19–27), endend mit „Die letzten fünfzig Jahre“ (S. 265–318), wird in sensiblem Layout und in sorgfältigen Reproduktionen bildlicher (auch photographischer) Dokumente, die Historie gut einprägsam geschildert. Wer sich für rheinische Geschichte, für Geschichte überhaupt, interessiert, dem dürfte dieses Buch in seiner Sammlung nicht fehlen. Es ist auch für den Geschichtsunterricht an Schulen sicherlich zu empfehlen.
Kurt Roessler: Rolandsbogen. Lyrische Landschaft des Rheins. Geschichte und Gedichte der Burg Rolandseck seit 1122. Edition Rolandsbogen Bonn (Herausgeber: Jörg Haas) 2010. 334 S. ; 27,80 €
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Vielen herzlichen Dank. Ich habe das Buch jetzt im Buchhhandel bestellt.
Viele Grüße
Ja, die gibt es:
ISBN-10: 3935369212
ISBN-13: 978-3935369213
Das Buch ist auch über Amazon zu erhalten.
Viele Grüße & viel Vergnügen beim Lesen
GTN
Gibt es hierzu eine ISBN-Nummer. Im Buchhandel wird dieses Buch nicht gefunden ?
Danke
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