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Automobilmesse in Paris

Finanzsorgen überschatten Freude an PS und schönen Frauen

Bekannt als größte Messe der Automobilbranche in 2009, hatten die Betreiber und Aussteller gehofft, dass der diesjährige Autosalon in Paris Bewegung und Kauflust auslösen und die Marktstarre auflockern würde, aber die sich immer mehr zuspitzende Finanzkrise überschattete die Veranstaltung in höchstem Maße! Selbst Neuvorstellungen wie die von VW, Renault oder Toyota machten die sorgenvolle Stimmung nicht wett.

Trotzdem bot sich den Besuchern viele Neues. Es gab mehr denn je Kleinwagen zu besichtigen und sie standen fast überall im Mittelpunkt des Interesses. Aber nicht nur klein sollen sie sein, sondern auch mit Elektroantrieb versehen oder zumindestens spritarm im Verbrauch und wenn irgendwie möglich, sollte der Innenraum viel mehr bieten, als man von außen besehen ahnen könne!

Autozwergsstudien nennt man denn auch das, was zur Zeit als Nachfolger der kleinen Autos schon im Modell oder auf dem Papier durch die Hallen geisterte. Und so blieb denn für die großen, schönen, eleganten und auffälligen Luxuskarossen in diesem Jahr nur sehr eingeschränktes Interesse übrig.

Themen und Wortschöpfungen mit ernst zu nehmenden Hintergründen, wie Downsizing, Ecoflex-Modelle, Cross-over Konzepte oder Lithium-Ionen-Akkus machten die Runde und Kenner wussten sofort, was gemeint war. Auch der CO2 Ausstoß war in aller Munde und, dass man gut daran täte, ihn zu verringern wusste mittlerweile jeder Besucher – denn keiner will sich mittlerweile mehr an diesem Thema verschlucken!!

Fassen wir zusammen: Früher war für die räumliche Distanzüberwindung in erster Linie die Muskelkraft notwendig, denn längere Ritte oder Kutschfahrten waren nur möglich, wenn man die nötige Kondition hatte. Später, als sich die Pferdestärken nicht mehr unter Ledersätteln verbargen sondern unter Metallhauben, war es in erster Linie ein finanzielles Thema, ob man sich ein Auto leisten konnte und wollte, denn es hatte noch manch andere Aufgabe zu erfüllen, als einfach nur von A nach B zu fahren. Den Prestigevorstellungen der jeweiligen Klasse (der man sich zugehörig fühlte) musste bis vor Kurzem noch nicht unerheblich viel Zoll gezahlt werden.

Heute aber würden die meisten Menschen wohl am liebsten per Gedankenübertragung durch die Luft von Ort zu Ort sausen, ihre Einkäufe auf einem fliegenden Teppich transportieren und den ganzen Affenzirkus mit Modellauswahl, Spritpreiserhöhung, Parkplatzsuche, Steuern und Versicherungen usw. dem Teufel überlassen. Der aber lacht sich vorläufig noch ins Fäustchen, denn einen fliegenden Teppich haben wir auf der Automobilmesse in Paris noch nicht einmal hinter irgendeinem Vorhang gesehen. – Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Hieß es doch auch früher schon: „Gut Ding will Weile haben!“

 

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