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Ausstellung: „Fundgeschichten. Archäologie in Nordrhein-Westfalen“

In Bonn sind die Römer immer dabei – sogar eine „Bonna“ gab es schon! Auf römische Art.
Nur nicht in der Erde wühlen, die Römer kommen immer wieder



Bonn Römer Silberfibel Gewandspange
Eine wunderschöne silberne Gewandspange, Fibel genant, wurde mitten in Bonn gefunden. Sie stammt aus dem 1., Jahrhundert n. Chr. Foto: Landschaftsverband Rheinland, M. Thuns

Von Dorothea F. Voigtländer

Sie sind immer da. Nicht nur in den Geschichtsbüchern, nicht nur aus den Erzählungen. Ja, die Römer waren in Bonn, hatten hier ihr Lager (castra), wohnten hier und an der Ahr, wo es eine wunderschöne Römervilla gibt, bauten als erste Wein an der Ahr an und zeigten der Urbevölkerung, wie das geht.

Über welchen Weg der Weingott in dieses Gebiet gekommen ist, weiß niemand. Sicher ist, dass die Römer die ersten Reben aus dem warmen Süden mitbrachten, weil sie auf „ihren“ kostbaren Wein nicht verzichten wollten. So ist der Wein links des Rheins in Bad Neuenahr bereits im 3. Jahrhundert nachweisbar, die ersten urkundlichen Erwähnungen im rechtsrheinischen Raum sind für Dollendorf das Jahr 966, für Königswinter 1015, für Honnef 1102 und für Rhöndorf 1143. Mit dem Untergang des Römischen Reiches war zwar auch der Weinbau zurückgegangen, doch in karolingischer Zeit kam er wieder zu neuer Blüte, auf den schönen Geschmack wollten die „Hiesigen“ nicht verzichten. Karl der Große (742-814) zeigte sich besonders weinfreundlich. Und das steckte an. Die fränkischen Bauern, die bis dahin nur den Ackerbau und die Viehzucht kannten, wurden von den Mönchen der Stifte und Klöster in die Kunst des Weinbaus eingeweiht, was eine zusätzliche Erwerbsquelle und außerdem einen besonderen Gaumengenuss bedeutete.

Ahrtal mit Weinstöcken
Im Ahrtal reift ein besonderes Tröpfchen, an den Südhängen fühlen sich die Trauben wohl und halten, was sie versprechen. © Stadt Bonn; Foto: Michael Sondermann

Und wenn man jetzt in der Erde buddelt, dann kann man ziemlich sicher sein, irgendwo auf Römerspuren zu stoßen. Als bei Alfter im Norden von Bonn bei Erdarbeiten für einen Lebensmittelgroßmarkt die Bagger anrollten, fanden sich prompt römische Fundstücke. Als zum Weltkonferenzzentrum beim ehemaligen Bundeshaus ein Hotel gebaut werden sollte, kamen die Bagger nur kurzzeitig zum Einsatz, denn dann mussten sie den Archäologen Platz machen, die umfangreiche römische Spuren fanden und sicherten.

Und jüngst erst fand man eine schöne Silberfibel, das ist eine Gewandspange, die in einer frührömischen Töpferei innerhalb der barockzeitlichen Sterntor-Bastei gefunden wurde, wie Dr. Marion Euskirchen, aus dem Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln berichtete. Sie wusste auch zu informieren, dass dort nach dem Abriss des Gefängnisses und im Vorfeld des Neubaus des Bonner Landgerichts diese silberne Fibel gefunden wurde aus dem  1. Jahrhundert n. Chr. stammend. Da ließen es sich die Römer im schönen Bonn am Rhein wohl gehen.

Und dann zeigt die Landesausstellung weiter ein Fragment einer römischen Inschrift aus dem Jahr 221 n. Chr., die in der Immunitätsmauer des ehemaligen Klosters in Schwarzrheindorf verbaut worden war. Diese Inschrift von einem römischen Weihestein nennt man erstmals „BONNA“! (1. Zeile links). Gerade dieser Fund dürfte für die Bonner sehr interessant sein. Da hatten wir also schon eine Bonna! Oder?

 

Mehr Informationen unter:

www.fundgeschichten.nrw.de

 

 

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