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Ute Fischbach-Kirchgraber's blog

Glanz und Glück bei den Opernfestspielen München

Liebestrank

Von Ute Fischbach-Kirchgraber

 Mit einer Überraschung begannen die Münchner Opernfestspiele. Denn wer auf irgendwelche skandalösen Regie-Exzesse wie die pinkelnden Hexen in "Macbeth" wartete, sah sich gründlich enttäuscht. Die Eröffnungspremiere von "Tosca" in der Regie von Luc Bondy (bereits Metropolitan und Scala erprobt), überließ nämlich Puccinis überwältigender Musik das Feld und beschränkte sich darauf, den Sängern eine kluge Kammerspiel-Atmosphäre zu eröffnen. Und um ein Kammerspiel geht es ja, wenn die eifersüchtige Tosca hinter ihrem geliebten Maler Mario Cavaradossi her spioniert und dem bösen Baron Scarpia damit auf dem Präsentierteller serviert. Bedrückend das enge hohe Bühnenbild, das Kirche und Verließ gleichermaßen bedeutet, der beängstigende Prunk mit dem die Geistlichen ihre Prozession mit der Mutter Gottes veranstalten, die sich Scarpia in seinem Machtrausch einfach krallt, ehe er sich nach eher lustlosem Geplänkel mit ein paar Damen des horizontalen Gewerbes an Tosca heranmacht.

Oktoberfest 2008

Noblesse, Glanz und Glamour

Es schwingt das schöne Dirndl-Kleid als Augenfang

Wenn es um Trachten geht, schwingt immer ein Hauch Noblesse mit. Denn schließlich waren die Adeligen der Rokokozeit, die sich auf das Schäfer-Idyll kaprizierten, ganz maßgeblich an der Verfeinerung der Trachtenkleidung beteiligt. Und die österreichischen und bayerischen Herrscher, die sich gerne in Tracht abbilden ließen, gaben Dirndl und Hirschlederner die hohen Society-Weihen. 

Die Lederhose: Das sind eigentlich Hotpants mit Historie

 

Ein eigentlich skandalträchtiges Kleidungsstück

Wenn die Lederhosen jetzt zur Wiesn wieder aus dem Schrank geholt und die strammen Wadl zur Besichtigung freigegeben werden, ahnen viele nicht, mit welch aufregendem, skandalträchtigen Kleidungsstück sie dazu tun haben.

Die Tradition der Lederhose geht weiter zurück als die Aufzeichnungen der Modegeschichte. Man darf getrost annehmen, dass Ötzi ein solches Beinstück getragen hat. Das gute Stück ist derzeit nämlich Top-Nachricht im Archäologen-Blog. Bei den prähistorischen Eisfunden am Schnidejoch im Berner Oberland, die 2003 im Supersommer freigelegt wurden, hat sich, wie jetzt bekanntgegeben wurde, nämlich eine Hirschlederne gefunden! Angela Schlumberger von der Universität Basel, die sich auf Ergbut-Analysen von tierischem und pflanzlichem Material spezialisiert hat, ist es gelungen, die DNA-Spuren als Lederhose und zwar von der Hausziege zu identifizieren. Mittels Radiocarbonmethode bestimmte dann die eidgenösssiche Technische Hochschule das Alter: 5000 Jahre, also gut 1000 Jahre älter als Ötzi.