Berlin hat 24 Stunden geöffnet - so einer der Werbeslogans für die Hauptstadt
Ganz stimmt dies natürlich nicht, nicht jedes Geschäft und Lokal hat rund um die Uhr geöffnet, aber geöffnet ist immer etwas.
Über 9000 gastronomische Einrichtungen erwarten zwölf Monate im Jahr ihre Gäste. Und in dieser Zahl verbirgt sich eine Vielfalt, wie es sie kaum in einer anderen Stadt gibt. Alles, was man sich vorstellen kann oder auch nicht, steht dem Berlin-Besucher zu seinem Vergnügen zur Verfügung: 100 zum Teil legendäre Theater, drei Opernhäuser, mehr als 175 Berliner Museen, ungezählte kleine und größere Kabarett- und Varieté-Bühnen, um die 100 Locations für Konzerte und so weiter. Ehemaliges DDR-Kulturangebot noch dazu: zwei unterschiedliche Kultur-Philosophien wurden vereinigt. Diese Spannung hat sich bis heute erhalten.
Einen erlebnisreichen Tag in der Hauptstadt beginnen Sie am besten gleich mit einem Highlight: Frühstück im "Café Einstein", im morgendlichen Stammlokal der Politiker, vor allem während den Sitzungen des Deutschen Bundestages. Kaffeehaus-Atmosphäre inmitten der prominentesten Politiker, so nah kommen Sie ihnen nie mehr.
- Café Einstein, Unter den Linden 42, Café Einstein, www.einsteinudl.com -
Eine Alternative ist das "Billy-Wilder-Café" im Film-Museum Berlin am Potsdamer Platz. Man erkennt das Museum sofort an der Heinz-Rühmann-Statue vor dem Gebäude. Hier frühstücken Promis aus Film, Funk und Fernsehen - und mit etwas Glück, sitzen Sie neben einem Filmstar. Besonders im Sommer, wenn im Freien die Tische aufgebaut sind, ist das "Billy-Wilder-Café" ein richtiger Promi-Magnet.
- "Billy-Wilder-Café", Potsdamer Straße 2, www.filmmuseum-berlin.de -
Danach bietet sich ein Spaziergang vom Potsdamer Platz zum Regierungsviertel und zu neuen Hauptbahnhof an. Auf dem Weg dorthin kommen Sie am Holcaust-Denkmal, am Brandenburger Tor vorbei zum Reichstag, zum überdimensionierten Kanzleramt und sehen dann bereits den Hauptbahnhof auf der anderen Spreeseite. Eine kleine Fußgängerbrücke führt über den Fluss. Rechts davon liegt auf der anderen Straßenseite das Restaurant mit Strandbar "Bundespressestrand". Herrlicher Sand mit Liegestühlen, schattigen Plätzen und mediterranem Charme machen diese Location zu einem der schönsten Erholungsorte mitten in der Stadt. Wenn Sie Kinder dabei haben, dann Vorsicht, sie wollen meist gar nicht mehr weg, denn ein kreativer Spielplatz ist Schuld daran. Jeden ersten Montag im Monat treffen sich hier die wichtigsten Journalisten von Presse, Funk und Fernsehen zu einem Meeting. Wichtig: Die Location ist nur vom Frühjahr bis in den Herbst hinein geöffnet.
- "Bundespressestrand", kapelle-ufer 1, www.derbundespressestrand.de -
Vor der Wende war Berlin kulinarisch eher eine zweitklassige Adresse, heute jedoch haben sich mit die besten Köche Deutschlands in der Stadt niedergelassen. So auch Kolja Kleeberg im "VAU". Hier zu tafeln ist nicht nur ein Erlebnis für den Gaumen, sondern auch für das Auge. Ein solches Ambiente gibt es nirgendwo nicht mehr. Stararchitekt Meinhard von Gerkan, Stardesigner Peter Schmidt und der angesagteste Maler Oliver Jordan schufen ein sensationelles Gesamtkunstwerk: Glas, Stahl, Schiefer, Birnbaumholz, venezianische Stuccolustro-Wände und Thonet-Freischwinger - was für ein Bild. Natürlich hat eine Sterneküche auch ihren Preis, sich aber einmal etwas Besonderes zu gönnen, das kann man kulinarisch in einem sensationellen Ambiente am allerbesten im "VAU".
- Restaurant "VAU", Jägerstraße 54/55, am Gendarmenmarkt, www.vau-berlin.de -
Eine echte Kult-Location ist das "SO 36", das vielfältigste Szene-Lokal Berlins. Mitten in Kreuzberg, etwas alternativ, aber nicht nur. Mit einem unglaublich abwechslungsreichen Programmangebot, das für jede Altersklasse etwas bietet. Täglich neues Programm, vom alternativen Tanzkurs, über Quizabende hin zu wilden Konzerten mit den angesagtesten Bands Berlins. Tanzen und Party bis in die frühen Morgenstunden in einem auch für Berlin einmaligem Ambiente. Und es ist immer voll, je später der Abend, desto gefragter. Sie können zwar auch einfach auf gut Glück das "SO 36" besuchen, doch um das passende Event auszusuchen, lohnt sich ein Blick auf die Homepage. Auf jeden Fall treffen Sie hier auf Menschen, die einen wichtigen Teil der Berliner Szene verkörpern, also auf ein prägendes Stück Berliner Kultur.
- ""SO 36", Oranienstrasse 190, Kreuzberg, www.so36.de -
Der vor einigen Jahren noch als "Szenekiez" bekannte Stadtteil Prenzlauer Berg ist heute ein eher braver Stadtteil. Ein Relikt aus der Vergangenheit gehört aber auch heute noch zur vielleicht angesagtesten Location Berlins: die "Kulturbrauerei". Auf 25.000 Quadratmetern, in den historischen Gebäuden einer ehemaligen Brauerei, wird Kultur in allen Formen in sage und schreibe 21 Locations angeboten: Theater, Konzerte, Kino, Tanz und grandiose Partys, Festivals, Lesungen und Vorträge, aber auch bedeutende Ausstellungen und noch vieles mehr. Die "Kulturbrauerei" zu erleben, das ist Pflicht bei einem Berlin-Besuch. Das alte "Kesselhaus" ist heute eine der prominentesten Veranstaltungs-Locations der Stadt. Etwa 1000 Gäste passen hier rein, und fast jeden Abend ist die Halle voll. Vor allem Film-, Musik und Videoproduzenten nutzen dieses Ambiente, um ihre neuesten Produktionen vorzustellen und anschließend gigantische Partys zu feiern.
Innerhalb der "Kulturbrauerei" hat sich die absolute Partyszene Berlins etabliert, im "Frannz Club", eine Kombination aus Club und Restaurant, hier findet das Nachtleben ohne Alterslimit statt. Besonders an den Wochenenden werden alle Musikrichtungen bedient, und wenn die erste U-Bahn wieder fährt, ist im "Frannz Club" noch lange nicht Schluss.
- "Kulturbrauerei", Schönhauser Allee 36, www.kulturbrauerei-berlin.de -
Zu einem Berlin-Besuch gehört natürlich auch ein Blick zurück, in die Zeit, als die Stadt noch geteilt war. Dies müssen nicht immer Museen oder Gedenkstätten, es können auch Lokalitäten sein. Und ein echter Geheimtipp für die so genannte "DDR-Nostalgie" findet man ebenfalls im Prenzlauer Berg, das Lokal "Mauerblümchen" in der Wisbyer Straße. Die komplette Einrichtung des Lokals besteht aus Überresten einer vergangenen Zeit. Speisen und Getränke tragen immer noch die Namen aus DDR-Zeiten, an den Wänden hängen originale Zeitungsausschnitte, Urkunden und Dokumente, und selbst auf die Toiletten wird man von Erich und Margot Honecker begleitet.
- "Mauerblümchen", Wisbyer Str. 4, www.hog-mauerbluemchen.de -
Beitragsdatum: 10. Oktober 2009
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