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Auktion über Werke von Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich Gauermann

Eine halbe Million Euro für einen Hut

Übervoll von Kunstinteressenten und Kunstanlegern präsentierte sich die luxuriöse und glanzvolle Herbstauktion in der Wiener Dorotheergasse. Die Auktion bewies einmal mehr, dass Kunstobjekte sowie die „Aktie an der Wand“ als Wertanlagen immer beliebter werden – hier sitzt das Geld locker. So erbrachte das Interesse an Gemälden des 19. Jahrhunderts triumphale Ergebnisse, wie beispielsweise eine halbe Million Euro für einen Hut, ein Werk von Ferdinand Georg Waldmüller: „Kinder schmücken den Hut eines Konskribiten“. Mit 490.300 Euro übertraf dieses Biedermeier-Bild par excellence alle Erwartungen. Das Gemälde illustriert ein Ereignis, einen emotionalen Moment, der in bäuerlichen Familien von besonderer Wichtigkeit war. Ein Konskribierter ist ein junger Mann, der aufgrund der allgemeinen Wehrpflicht zum Wehr- oder Kriegsdienst eingezogen wird. Seinen Hut schmückten die Geschwister festlich mit Blüten und Bändern. Meisterlich ist bei diesem suggestiven Genrebild die durch das raffinierte Spiel von Licht und Schatten definierte Komposition.


Kinder schmücken den Hut eines Konskribierten
von Ferdinand Georg Waldmüller. © Dorotheum

Top-Preise für Werke des Biedermeier prägten die hervorragende Auktion neben Gemälden von Waldmüller auch mit Gemälden von Friedrich Gauermann wie „Ernteszene im Voralpenland“. Die poetische, in ihrer Geschlossenheit perfekt komponierte, idealisierende „Ernteszene im Voralpenland“ von Friedrich Gauermann aus dem Jahre 1835 erreichte hervorragende 237.300 Euro. So waren der 7. und 8. Oktober für die Herbstauktion im Dorotheum wahre Glückstage, denn das Geld schien bei den Bietern locker zu sitzen. Immer noch gilt gerade in der heutigen Zeit der Finanz- und weltweiten Wirtschaftskrise die „Aktie an der Wand“ als besonders wertbeständig.


Ernteszene im Voralpenland von
Friedrich Gauermann. © Dorotheum

Doch nicht nur Gemälde, insgesamt punkteten auch Kunstobjekte aus der Biedermeierzeit bei der Antiquitäten-Auktion im Wiener Dorotheum. Spannung kam auf, als die Angebote für das Kandelaber-Paar in einer Höhe von 2,4 Meter Größe zum Angebot stand, ein Entwurf des berühmten Formgebers Josef Danhauser von 1805/15. In Gold und Schwarz gefasst, weist der siebenflammige Leuchter plastische sitzende Frauen, Widder- und Männerköpfe auf. Ein europäischer Bieter sicherte sich das heiß umkämpfte Paar für 116.200 Euro, das Dreifache des Schätzwertes. Und auch Möbel fanden starke Nachfrage, herausragend der so genannte Bopparder Stuhl von Thonet, der von 1.000 auf 29.580 Euro gesteigert wurde.


Das berühmte Kandelaber-Paar von
Josef Danhauser. © Dorotheum

Bei Glas und Porzellan reüssierte unter anderem ein Johann-Josef-Mildner-Becher mit der Silhouette eines Herrn mit fantastischen 24.700 Euro, bei den Skulpturen eine gotische Madonna aus dem 15. Jahrhundert mit € 44.200, Silber war äußerst beliebt, deshalb wurden fast alle angebotenen Objekte erfolgreich versteigert. Spitzenstück war eine spanische Tabatiere von 1650, die für € 55.200 ersteigert wurde, und hoch geboten wurde ebenfalls auch für Juwelen.