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Für 1,5 Millionen Euro geht Biedermeier-Ikone ans Liechtenstein Museum
Mädchen mit Strohhut von Amerling © Dorotheum
Von Dorothea F. Voigtländer
Es war eine riesige Sensation, wenngleich hohe Preise beim Wiener Dorotheum keine Seltenheit sind. So gab es einen Sensationspreis von 1,502.300 Euro für das Gemälde Öl auf Leinwand „Mädchen mit Strohhut“ am 15. Oktober 2008 im Auktionshaus Dorotheum aus der Österreichischen Galerie Belvedere restituiert von Friedrich von Amerling.
Der Höhepunkt der Auktion von Gemälden des 19. Jahrhunderts markiert damit den Weltrekordpreis für ein Werk des neben Waldmüller bedeutendsten Protagonisten der Biedermeier-Malerei. Das Bildnis, das mit einem Schätzwert von 250.000 bis 350.000 Euro taxierte war, ist das bis dato teuerste heutzutage in Österreich versteigerte Kunstwerk.
Käufer der Biedermeier-Ikone war das Liechtenstein Museum Wien, das sich gegen mehrere Telefonbieter durchsetzte. Das 1835 entstandene Bild wird bereits ab 7. November 2008 im Liechtenstein Museum als „Kunstwerk des Monats“ präsentiert werden. Das „Mädchen mit Strohhut“ soll nach Auskunft des Liechtenstein Museum einer der Höhepunkte der ständigen Sammlung des Stadtpalais der Fürstlichen Sammlungen in der Wiener Bankgasse werden.
Alexandra Hanzl, stellvertretende Direktorin des Liechtenstein Museum zeigte sich nach dem Kauf erfreut über die „perfekte Ergänzung zu Sammlung“ und auch, dass das Gemälde sowohl in Österreich als auch der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Die Biedermeierkollektion des Hauses zählt zu eine der bedeutendsten in Österreich.
Der Publikumsandrang im Auktionssaal war überaus hoch, die Bietgefechte und kräftige Ansteigerungen während dieser Auktion bewiesen, wie hoch dieses Bild im Kurs stand und steht, und wie hoch im Kurs Gemälde des 19. Jahrhunderts stehen.
Friedrich von Amerling (1803-1887), in Wien geboren und in Wien gestorben, war ein österreichischer Maler, der über 1000 Werke schuf, meist Porträts. Er war der beliebteste Porträtmaler des Hochadels und des Großbürgertums in der Zeit des Wiener Biedermeier; der Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens lag in der Zeit von 1830 bis 1850. Dazu gehören elegante Zeichnungen, exotische Arrangements voll prächtiger Farbigkeit, was seine Werke auszeichnen. Der größte Teil seiner Gemälde sind in österreichischen Museen und Sammlungen zu finden.
Friedrich Amerling war der Sohn des Gold- und Silberdrahtziehers Franz Amerling. Er studierte von 1815 bis 1824 an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Dann ging er nach Prag und nach London, wurde hier vom Porträtmaler Thomas Lawrence beeinflusst. In Paris arbeitete er bei Horace Vernet und kehrte dann über Rom nach Wien zurück, wo viele Aufträge auf ihn warteten. Weitere ausgedehnte Auslandsreisen führten ihn nach Italien, in die Niederlande, nach Spanien, Griechenland, Skandinavien bis zum Nordkap, nach Ägypten und Palästina.
Amerling war vier Mal verheiratet und wurde 1878 in den Adelstand erhoben und hieß seitdem Friedrich Ritter von Amerling.
Presse Dorotheum: Mag. Doris Krumpl, Tel. + 43 1/515 60-406; doris.krumpl@dorotheum.at
Presse/Kommunikation:Liechtenstein Museum: Mag. Christina Lipovac, Tel + 43 1/319 57 67 142 ; Christina.lipovac@liechtensteinmuseum.at