Alte Meister erfreuten sich bei der jüngsten Dorotheum-Auktion größter Beliebtheit
Die „Aktie an der Wand“ bewies einmal mehr ihre beständige Währung
Von Dorothea F. Voigtländer und Mag. Doris Krumpl
Ein Gemälde mit absoluter Museumsqualität war unbestrittener Star der Auktion „Alter Meister“ am 14. Oktober 2008 im Wiener Dorotheum. Willem Kalfs „Stillleben mit Ingwertopf und Porzellanschälchen“ wurde für 467.300 Euro zugeschlagen. Es war eine überaus spannende Auktion, wieder einmal im altehrwürdigen Dorotheum, das es seit 1701 in der Wiener Dorotheergasse gibt und Anziehungspunkt ist für „Geldanleger“ ganz besonderer Art. Denn angesichts der derzeitigen weltweiten Finanzkrise erhält die „Aktie an der Wand“ wieder einen besonderen Stellenwert als „beständige Währung“.
Für viele gilt Kalf als einer der wichtigsten Stilllebenmaler des niederländischen 17. Jahrhunderts, des so genannten „Goldenen Zeitalters“. Das Bild zählt zu einem der Hauptwerke des Künstlers, der opulente Stillleben liebte. Besonderes Kennzeichen seiner Meisterschaft sind raffinierte Lichtreflexionen auf Metall und Glas, reizvoll arrangierte Früchte, orientalische Teppiche und chinesisches Porzellan. Sieger im Bietgefecht war ein Sammler aus Deutschland (Kat. Nr. 44).

Willem Kalf, Stillleben, € 476.300 © Dorotheum
Und das war noch nicht alles. Diese Auktion hatte noch viel Attraktives zu bieten, was von dem sichtlich faszinierten Publikum mit Begeisterung akzeptiert wurde und sich zu einer überaus spannenden und lebhaften Auktion entwickelte. So gab es hohe Ansteigerungen sowie Ergebnisse weit über den Erwartungen unter anderem auch für Gemälde aus der Werkstatt Peter Paul Rubens (Kat. Nr. 112, € 145.300), von Jan Brueghel dem Jüngeren (Kat. Nr. 83, € 139.100), von Jacopo del Sellaio (Kat. Nr. 17, € 133.800), oder Tintoretto (Kat. Nr. 93, € 67.400). Die Schätzung vervielfachen konnte „Ecce Homo“ aus der Werkstatt Guido Reni (Kat. Nr. 97, € 67.400).
Ein Gemälde aus der Werkstatt Peter Paul Rubens, € 145,300 © Dorotheum
Immer hoch im Kurs stehen im Dorotheum die subtilen Tempera-Arbeiten von Giovanna Garzoni. Ihr herbstliches „Stillleben mit Äpfeln und Nüssen“ erreichte 67.400 Euro, mehr als das Dreifache der erwarteten Summe, und ging an einen tschechischen Interessenten (Kat. Nr. 13).
Weitere Infos:
Mag. Doris Krumpl, Tel. + 43 1/515 60-406
doris.krumpl@dorotheum.at
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